Sport : Uwe Rösler gibt mit zwei Toren gegen ZSKA Sofia einen vielversprechenden Einstand

Karsten Doneck

Er hat die Herzen im Sturm erobert, im wahrsten Sinne des Wortes. Uwe Rösler, neuer Stürmer des Fußball-Zweitligisten Tennis Borussia, brachte zumindest einen Teil der sonst so verhalten reagierenden Tribünenbesucher im Mommsenstadion schier aus dem Häuschen. Nach seinen beiden Toren zum 4:0 (0:0)-Sieg gegen ZSKA Sofia am Freitagabend tönten, etwas zaghaft noch, "Uwe, Uwe"-Rufe von den Rängen. Ein bisschen als Volksheld wie weiland Uwe Seeler fühlte er sich trotzdem nicht. Zum einen war die Kulisse mit 826 Zahlenden für ganz große Auftritte zu intim, zum anderen handelte es sich ja nur um ein Testspiel. Rösler seinerseits wiegelte denn auch ab: "Das war ein schöner Einstand. Aber ich bin nicht blauäugig. Wir haben ein großes Ziel, dem muss alles Andere untergeordnet werden." Bei TeBe zählt in dieser Saison nur der Aufstieg, das Drumherum kann nur Mittel zum Zweck sein.

So auch der Sieg über Sofia, so auch die beiden Rösler-Tore. Der 30-Jährige, von den Mitspielern zunächst in den Mannschaftsrat gewählt und dann durch das Votum von Trainer Winfried Schäfer gleich zum Kapitän befördert, wusste nach den 90 Minuten noch eine ganze Reihe von Fehlerquellen aufzulisten. Er sagte: "An Abstimmung und taktischem Verhalten müssen wir noch arbeiten, und wir müssen auch noch mehr im Block agieren." TeBe als kompakte Einheit. Und zwar nicht nur auf dem Spielfeld. Auch im zwischenmenschlichen Bereich wird nach Harmonie gesucht. So fuhren die Profis nach Spielschluss eilig davon, um sich sogleich in einem Restaurant wieder zu treffen. Dort gaben die sieben neuen Spieler ihren Einstand. Trainer und Offizielle waren dabei ausdrücklich unerwünscht.

Uwe Rösler weiß den Wert solcher Abende durchaus zu schätzen. Nicht zuletzt dank seiner vier Jahre dauernden Erfahrung als Fußballer von Manchester City. "In England habe ich gelernt: Nur das Team gewinnt", sagt Rösler. Er selbst hat sich diese Mentalität derart zu Eigen gemacht, dass die von ihm erzielten Tore für ihn längst nicht mehr alle Welt sind. "Die Vorbereiter sind wichtiger als die Vollstrecker", hat Rösler im Verlauf seines Torjäger-Daseins erkannt, denn "wir Stürmer sind doch abhängig von denen. Und gerade den Vorbereitern wird oft nicht genügend Anerkennung zuteil." Das klingt wohltuend bescheiden, auch weil der Eindruck entsteht, dass sich da einer selbst nicht gar so wichtig nimmt.

Was gegen Sofia etwas unterging: Mit Sasa Ciric hat TeBe noch einen zweiten, erheblich teureren Stürmer verpflichtet. Der Ex-Nürnberger stand aber deutlich im Schatten von Rösler. Schon tauchte hinterher wieder die Frage auf: Passen die beiden überhaupt zusammen, sind sie vom Typ her nicht zu ähnlich? Rösler lässt derlei Einwände nicht gelten. "Das Zusammenspiel sah doch ganz gut aus", meint er und schwärmt von dem Kollegen: "Er ist ein intelligenter Spieler, technisch versiert." Aber Rösler und Ciric - geht das? Rösler hegt daran keinen Zweifel. "Wir können beide voneinander profitieren", behauptet er.

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