Sport : Valencias muntere Altherrenriege fegt die Barca-Stars mit 4:1 vom Platz

Die einen feierten bis tief in die Nacht, die anderen klammern sich an Strohhalme. Beim FC Valencia kannte die Begeisterung nach dem 4:1 (3:1)-Hinspielsieg über den großen Favoriten FC Barcelona im Halbfinale der Champions League keine Grenzen. Mehr als 10 000 Fans zogen nachts durch die Straßen der Hafenstadt und sangen in Vorfreude auf das Endspiel am 24. Mai: "Wir fahren nach Paris." Sie jubelten, als hätte der FC Valencia nach dem Sieg im spanischen "Bruderkampf" den europäischen Meistercup bereits sicher.

Beim geschlagenen Rivalen "Barca" machte sich dagegen Resignation breit. Nur Trainer Louis van Gaal hielt noch am Prinzip Hoffnung fest: "Wir sind noch nicht ausgeschieden. Es wird schwer, den Rückstand aufzuholen. Aber ich glaube, es ist möglich. In der Liga haben wir Valencia auch mit 3:0 geschlagen", meinte der Niederländer. Seine Spieler sind weniger zuversichtlich, dass ihnen wie beim 5:1 im Viertelfinale gegen Chelsea London in einer Woche im Stadion Camp Nou erneut die kaum für möglich gehaltene Wende glückt.

Das vierte Tor für Valencia von Claudio Lopez, genannt "El Piojo" (die Laus), in der Schlussminute könnte das Aus für die Katalanen bedeuten. "Der Biss der Laus war absolut tödlich", schrieb das Fachblatt "Sport". Auch für "El Periodico de Catalunya" steht Valencia als Finalist praktisch fest. "Barca wurde gekreuzigt", hieß es in Barcelonas größter Zeitung. Spaniens Meister, der seit acht Jahren sehnsüchtig auf den zweiten Europacupsieg wartet, konnte es in keiner Phase mit Valencias unbändigem Siegeswillen aufnehmen. Die Sturm-Asse Rivaldo, Kluivert und Dani gingen fast ganz unter. Die hoch gelobten Stars machten gegen die Altherrenriege um Angloma (34), Djukic (34) und Carboni (35) in der Abwehr von Valencia keinen Stich.

Zwar gelang es Barca, Claudio Lopez - bis auf die Schlussminute - auszuschalten. Dafür erzielte der 22-jährige Allround-Akteur Miguel Angel Angulo für Valencia zwei Tore (10./43.) und holte den Elfmeter heraus, den Kapitän Gaizka Mendieta (45.) zum 3:1 einschoss. Das zwischenzeitliche 1:1 resultierte aus einem Eigentor von Mauricio Pellegrino, der im Vorjahr noch für Barca gespielt hatte.

Die Katalanen hatten dem Pressing und den Geniestreichen der Mittelfeld-Asse Mendieta, Gerard, Farinos und Kily Gonzalez wenig entgegenzusetzen. Valencias Trainer Hector Cuper blieb aber auch nach dem Triumph seinem Stil treu. "Wir dürfen jetzt nicht in Euphorie verfallen. Im Camp Nou wird es noch schwer genug", warnte er.

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