• Valentin Stocker von Hertha BSC im Interview: „Ich weiß, dass ich nicht kaputtgehe“

Valentin Stocker von Hertha BSC im Interview : „Ich weiß, dass ich nicht kaputtgehe“

Valentin Stocker kam im Sommer vom FC Basel nach Berlin - und läuft langsam auch für Hertha BSC zu Bestform auf. Ein Gespräch mit dem Schweizer über seine Erfolgsquote gegen Manuel Neuer, das Spiel heute gegen den FC Bayern München und seine schwierigen Anfänge in Berlin.

Stefan Hermanns, Michael Rosentritt
Valentin Stocker, 25, gewann mit dem FC Basel sechsmal die Meisterschaft und wechselte im Sommer zu Hertha BSC. Für die Schweiz hat er 25 Länderspiele bestritten.
Valentin Stocker, 25, gewann mit dem FC Basel sechsmal die Meisterschaft und wechselte im Sommer zu Hertha BSC. Für die Schweiz...Foto: imago

Herr Stocker, ist Manuel Neuer jemand, der Ihnen Angst einjagt?

Angst ist im Fußball fehl am Platz. Aber es ist schon, wie man so schön sagt, ab und an beängstigend, was er für Bälle hält.

Sie haben Neuer immerhin einmal bezwungen. Im Februar 2012 haben Sie für den FC Basel in der Champions League den Siegtreffer zum 1:0 gegen die Bayern erzielt. Sie wissen, was zu tun ist.

In einer solchen Situation überlegt man nicht viel. Das macht man vielleicht, wenn der Torhüter eine Schwachstelle hat. Aber das ist bei Manuel Neuer leider nicht der Fall. Ich hatte einmal die Möglichkeit gegen ihn, da ist es gut ausgegangen. Ob es beim zweiten Mal wieder gut ausgeht, das weiß ich nicht.

Sie haben also eine hundertprozentige Erfolgsquote gegen Neuer?

Ich glaube schon. Im Rückspiel ...

... beim 0:7 ...

... waren wir nicht so oft in der gegnerischen Hälfte. Die ersten Minuten durften wir noch ein bisschen träumen, aber eigentlich wussten wir von Anfang an, dass es für uns unmöglich ist, in zwei Spielen gegen Bayern weiterzukommen.

Diesmal ist es nur ein Spiel. Wie muss Hertha das im Olympiastadion angehen?

Groß motivieren muss man bei uns niemanden. Es werden fast 80 000 Zuschauer kommen. Ich hoffe, dass uns das beflügeln wird. Aber wenn Bayern München einen guten Tag erwischt, reicht es am Ende nicht – egal wie gut wir sind.

Was sagt Ihr Instinkt: Dass Hertha mitspielen wird, weil man nichts zu verlieren hat? Oder werden Sie sich instinktiv zurückziehen, um Schlimmeres zu verhindern?

So viele Gedanken mache ich mir eigentlich nicht. Der Schiri pfeift, dann geht’s los. Man spürt ziemlich schnell, ob man sich eher auf die Defensive konzentrieren sollte. Oder ob vielleicht was in der Luft liegt. Wir müssen das nehmen, was uns Bayern gibt. An manchen Tagen geben sie nichts. Dann wird es richtig schwierig.

Wie ist das generell bei Ihnen: Spielen Sie eher mit Instinkt oder mit dem Verstand?

Mit dem Instinkt, denke ich.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Valentin Stocker auf dem Platz, der instinktiv handelt, und dem, der gerade einen sehr überlegten Eindruck macht?

Bestimmt. Im Fußball herrschen andere Gesetze. Gesetze, die es sonst nicht gibt. Für mich ist der Fußball eine Bühne, auf der du mitspielen musst, wo du nicht so sein kannst, wie du sonst bist. Sonst machst du dich angreifbar. Ich glaube zum Beispiel, dass man im Fußball keine Schwäche zeigen darf.

Sie haben mal gesagt, Sie seien nicht der typische Fußballer. Was ist denn in Ihren Augen ein typischer Fußballer?

Moment, Sie müssen den Zusammenhang sehen, in dem ich das gesagt habe.

Nämlich?

Über Fußballer gibt es unglaublich viele Klischees und Vorurteile. Die Realität sieht ganz anders aus. Ich erlebe im Fußball viele verschiedene Typen und sehe, dass nur wenige die Klischees erfüllen.

Den typischen Fußballer gibt es also nicht.

Das ist so, ja.

Um mal bei einem Klischee zu bleiben: Wann haben Sie zuletzt ein Foto aus der Mannschaftskabine getwittert?

Ich habe kein Twitter.

Ihr letzter Post bei Facebook ist auch schon zwei Wochen alt.

Ja, da wurde ich ein bisschen gedrängt, was zu machen. Ich vergesse das oft.

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