Valentino Rossi : "Ich mag die Regel nicht"

Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi über Unfälle, Motorenzahl und seinen zehnten Titel

330957_0_c760c880.jpg Foto: dpa
Valentino Rossi, 31, ist neunfacher Motorrad-Weltmeister. Der Italiener ist damit einer der erfolgreichsten Rennfahrer aller...Foto: dpa

Herr Rossi, am Wochenende beginnt in die neue Motorrad-Saison in Katar. Sie sind bei fast allen Testfahrten Bestzeit gefahren. Sind Sie selber so beeindruckt, wie es Ihre Konkurrenz ist?

Ich bin sehr zufrieden, es sieht so aus, als ob die japanischen Yamaha-Ingenieure einen ziemlich guten Job gemacht haben. Alle Stärken der letztjährigen Maschine sind geblieben und wurden sogar noch verbessert. Die größte Änderung betrifft natürlich den Motor, der jetzt einfach länger halten muss.

Wen betrachten Sie als stärkste Konkurrenten in der MotoGP-Klasse?

Momentan sieht es so aus, als ob Casey Stoner wieder der gefährlichste Gegner ist. Ganz bestimmt muss ich aber auch mit Jorge Lorenzo rechnen, wenn er wieder fit ist nach seiner Verletzung. Nicht zu vergessen Ben Spies, den zwar noch keiner in der MotoGP richtig kennt, der aber verdammt schnell ist.

Jedes Team darf pro Maschine nur noch sechs Motoren pro Saison einsetzen. Werden Sie nun vorsichtiger fahren als früher?

Wir müssen einfach aufpassen, dass wir keine unnötigen Unfälle bauen. Ich mag diese Regeländerung nicht besonders, aber wir werden abwarten und schauen, wie sich die neue Regel auswirkt.

Der Saisonauftakt findet wieder in Katar statt. Der Start ist am Abend, das Rennen läuft unter Flutlicht. Stört Sie das?

Es geht schon einigermaßen mit dem Licht, auch wenn das Rennen 2009 nicht gerade mein bestes in den vergangenen Jahren war. Aber die Tests in Katar liefen gut, das stimmt mich einigermaßen optimistisch. Ich hoffe nur, dass es nicht regnet, das wäre ziemlich gefährlich.

Wenn Sie den Titel gewinnen würden, hätten Sie ihren zehnten WM-Triumph erlebt. Zweifeln Sie an Ihrem Gesamtsieg?

Ich bin fit, ich fühle mich stark und bin hungrig auf weitere Siege. Aber wie immer wird es ein harter Kampf werden. Aber der Gedanke an den zehnten WM-Titel, der hat schon etwas.

Die Motorrad-WM ist immer auf der Suche nach neuen Strecken. Wo würden Sie gerne noch starten?

Aktuell haben wir einen guten Mix. Aber wie viele andere Piloten auch würde ich gerne wieder in Brasilien fahren.

Welchen weiteren Hersteller würden Sie gerne im Motorradrennsport sehen?

Einfach jeden, der kommen will. Denn wir brauchen unbedingt mehr Teams in der Startaufstellung.

Sie sind auch leidenschaftlicher Rennfahrer auf vier Rädern. Motiviert Sie das Comeback des siebenmaligen, 41 Jahre alten Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher zu einem Wechsel?

Ich fühle mich sehr wohl in der MotoGP. Sicher fahre ich sehr gerne Autorennen, aber wirklich nur zum Spaß.

Sie sind schon fünfmal für den Sport-Laureus nominiert worden. Welchen Stellenwert hat dieser Preis für Sie?

Awards sind immer eine schöne Auszeichnung und ein großes Kompliment für einen Sportler. Ich freue mich immer, wenn ich wieder einen Pokal gewinne, aber ich denke nicht die ganze Zeit darüber nach. Das ist wie mit Rekorden. Wenn du gewinnst, kommen sie einfach.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne am Ende der Saison über sich in den größten italienischen Tageszeitungen lesen?

Ganz einfach: Rossi hat gewonnen.

Das Gespräch führte Claudius Lüder.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben