Van der Vaart : Hiergeblieben!

Der Hamburger SV lässt Rafael van der Vaart nicht nach Valencia gehen - weil er 2008 noch mehr Geld für ihn verlangen könnte.

Morten Holm[Hamburg]
Van der Vaart
Will den HSV am besten schon gestern verlassen haben: Rafael van der Vaart. -Foto: ddp

Am Dienstagnachmittag bekräftigte Horst Becker, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, noch einmal die Sprachregelung des Hamburger SV: „Rafael van der Vaart wird auf keinen Fall verkauft.“ Im Gegensatz zu gleich lautenden Behauptungen im vergangenen Sommer bei Khalid Boulahrouz und Daniel van Buyten sind die Verantwortlichen des HSV in diesem Sommer wild entschlossen, sich ihre verheißungsvoll gestartete Mannschaft nicht auseinander reißen zu lassen. Sie haben offenbar aus Fehlern gelernt.

Am Montag hatte Sportchef Dietmar Beiersdorfer ein Angebot des FC Valencia über 14 Millionen Euro für den 24 Jahre alten van der Vaart abgelehnt. Geht es nach Beiersdorfer, kann sich der spanische Verein, der an diesem Dienstag sein Hinspiel zur Champions-League-Qualifikation gegen den Schwedischen Meister IF Elfsborg Boras bestritt, weitere Faxe sparen: „Die Entscheidung ist getroffen. In diesem Transferfenster wird Rafael nicht mehr wechseln. Wir werden jedes mögliche Angebot auch in Zukunft ablehnen.“

Die HSV-Verantwortlichen können die Angelegenheit mit einer gewissen Gelassenheit angehen. Rafael van der Vaart besitzt noch einen Vertrag beim HSV bis 2010. Ein Jahr vorher könnte der holländische Spielmacher die Hamburger für die festgeschrieben Ablöse von 1,5 Millionen Euro verlassen. Im Sommer 2008 bietet sich also noch eine Gelegenheit für den HSV, richtig viel Geld für van der Vaart zu bekommen. Und richtig viel – das sollte schon etwas mehr sein als 14 Millionen Euro. Der HSV hatte van der Vaart im Sommer 2005 für alle überraschend von Ajax Amsterdam losgeeist und 5,1 Millionen Euro bezahlt.

Van der Vaart hatte seine Wechselabsichten am Montagnachmittag ungewöhnlich deutlich verkündet: „Ich will unbedingt zum FC Valencia – jetzt!“ Seine Mutter ist Spanierin, seine Großeltern leben in der Nähe Valencias. „Spanien ist mein großer Traum und Valencia ein richtig großer Verein“, sagte van der Vaart und fügte bitter an: „Diesen Traum hat der HSV jetzt zerstört.“ Genauer gesagt war es Dietmar Beiersdorfer, der van der Vaart in zwei Gesprächen nach Angaben des Holländers „sehr deutlich“ klar machte, dass es keine Chance für einen sofortigen Wechsel gebe. „Wenn er jetzt gehen würde, ginge uns ein Qualitäts-Bestandteil verloren“, sagte Trainer Huub Stevens. Einer, der kurzfristig nicht zu ersetzen sei.

Zwei Tage vor dem Spiel in der letzten Qualifikationsrunde zum Uefa-Pokal bei Honved Budapest hat der HSV nun genau die Diskussion um seinen einzigen Star europäischen Formats, die immer unausweichlicher schien. Denn je stärker er spielte, desto schwieriger war es, Angebote europäischer Topklubs zu verhindern, die ihm den Kopf verdrehen. Im Grunde war von Anfang an klar, dass Rafael van der Vaart sich beim HSV ins Schaufenster stellt, um größere Klubs anzulocken – dabei hat der Kapitän der Hamburger jedoch stets vollen Einsatz für seinen Klub gezeigt. Das will er auch im Falle einer Absage tun: „Dann werde ich weiter hundert Prozent geben.“

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