Vancouver : Nachhaltig verschwenderisch

Frank Bachner über die Geldprobleme bei Olympia in Vancouver.

Frank Bachner

Aus Kanada kommen ermutigende Nachrichten: Den Planern der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver geht das Geld aus. Dem olympischen Dorf droht gar ein Baustopp. Das ist wunderbar. Das ist eine Chance.

Endlich lassen sich die Olympiakosten, die bei jeden Spielen so sicher explodieren, wie die Sonne täglich aufgeht, eindämmen. Baustopp am Dorf? Warum nicht, anschließend wird endlich günstiger gebaut und vielleicht nachhaltig. Lautet so nicht das Versprechen jeder Olympiastadt? Und wird es nicht jedes Mal gebrochen? Die Finanzkrise ist für die Olympischen Spiele eine Chance zur Bescheidenheit. Schon für die Sommerspiele 2012 in London mussten die Bauplanungen zurückgefahren werden (was nach den pompösen Sommerspielen in Peking sowieso angebracht ist). Und nun könnte Vancouver zwei Jahre vor London tatsächlich für eine Wende bei den Weltspielen des Sports stehen. Leider wird es nicht so kommen.

Jeder Olympiaplaner tendiert zum Größenwahn, jeder Austragungsort will noch spektakulärer bauen als alle vorherigen. Ob die globale Finanzkrise daran wirklich etwas ändern kann? Geld hat bei der Olympiaplanung selten die entscheidende Rolle gespielt. Und Nachhaltigkeit war noch nie das entscheidende Kriterium für das Internationale Olympische Komitee, das die Spiele zu vergeben hat. Unter dem als Reformer (auch in Sachen Nachhaltigkeit) angetretenen Präsidenten Jacques Rogge wurden die Winterspiele 2014 ins russische Sotschi vergeben. Eine Sportstätte steht dort noch nicht.

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