Sport : Veag: Der Braunkohleverstromer drückt bei Bildung der vierten Kraft aufs Tempo

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Bei der geplanten Bildung eines neuen, nordostdeutschen Energieversorgers drängt der Berliner Braunkohleverstromer Veag zur Eile. "Die neue Kraft muss schnell kommen, denn der Markt wartet nicht", sagte Veag-Vorstandschef Jürgen Stotz am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Berlin. Die Veag, deren Stromerlöse im vergangenen Jahr aufgrund niedrigerer Strompreise um ein Drittel gesunken sind, sieht sich für die Zukunft gut gerüstet. Für 2001 erwartet Stotz erstmals seit Jahren wieder einen Umsatzanstieg, da der Strompreis voraussichtlich nicht weiter zurückgehen werde. Dennoch rechnet der Konzern auch für das laufende Jahr mit einem Betriebsverlust. Die so genannte vierte Kraft im deutschen Strommarkt wird aus den Hamburgischen Electricitätswerken (HEW), der Berliner Bewag, der Veag und der Kohlegesellschaft Laubag gebildet. Bereits in der kommenden Woche, am 15. Mai, werde mit der Übertragung der von Eon und RWE gehaltenen Anteile an die HEW der erste Schritt zur Bildung der vierten Kraft im Energiemarkt vollzogen, sagte Stotz. Der Veag-Chef forderte eine klare unternehmerische Führung in dem neuen Konzern, der voraussichtlich am 1. Januar 2003 an den Start gehen wird.

Nach jahrelanger Unsicherheit sehen Stotz und Finanzvorstand Gottfried Spelsberg-Korspeter die Zukunft der Veag nun gesichert. Dennoch: Im vergangenen Jahr kletterte das Betriebsverlust um 170 Millionen Euro auf 308 Millionen Euro. Aufgrund des "dramatischen Preisverfalls" im liberalisierten Strommarkt seien die Stromerlöse um über 600 Millionen Euro auf 1,55 Milliarden Euro zurückgegangen, obwohl zehn Prozent mehr Strom (insgesamt 54,6 Milliarden Kilowattstunden) verkauft wurden. Einen Teil des Erlösrückgangs habe die Veag durch ein Sparprogramm auffangen können.

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