Sport : Veränderung ja, Revolution nein

Christian Tretbar über die Spielpläne in der Fußball-Bundesliga ab 2009

Christian Tretbar

Es ist ein schwieriger Spagat, den die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hinlegen muss. Nichts für Hüftsteife. Kreativität ist gefragt bei der Ausschreibung für die Fernsehrechte der Fußball-Bundesliga ab der Spielzeit 2009/2010. Denn die DFL muss mehr Geld aus dem Verkauf der Fernsehrechte herausschlagen, damit die Vereine höhere Einnahmen erzielen – auch um bessere Spieler zu kaufen und damit das viel kritisierte Niveau der Bundesliga anzuheben. Um mehr Geld zu bekommen, muss die DFL den Sendern aber ein attraktiveres Angebot machen und das heißt meist: zerstückelter Spieltag und viel Pay-TV. Das jedoch wollen die Fans nicht.

Die von der DFL jetzt vorgestellten Neuerungen ab 2009 sehen auf den ersten Blick nach Revolution aus: Sportschau am Sonntag, drei Spiele sonntags und das auch noch zu unterschiedlichen Zeiten. Doch bei genauem Hinsehen ist es ein moderates und intelligentes Reformieren. Eines, von dem alle etwas haben.

Die Fans, weil der Samstag keinen großen Schaden nimmt, der Sonntag mit einigen Live-Spielen und einer frühen Zusammenfassung im Free-TV aufgewertet wird. Und die DFL kann auf höhere Erlöse hoffen, weil es sich für TV-Sender lohnt, um ein solches Paket mitzubieten. Für die öffentlich-rechtlichen Sender wird es schwerer, eine Bundesliga-Sendung am Sonntagabend zu etablieren. Aber den Fans ist es letztlich egal, wo im Free-TV sie die Spiele sehen. Hauptsache, nicht erst tief in der Nacht wie bis jetzt. Nur eine Bitte: Nicht gegen den Tatort anspielen.

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