Verärgerte Fans : "Dann stehen wir bei Wowi auf der Matte"

„Rasenheizung? Wat soll det nu wieder? Wir haben früher auf Schnee und Eis Fußball jespielt, aber ne Rasenheizung?“ Der ältere Herr spricht das Unwort des Abends aus, als ob es ihm dabei durch alle Glieder fährt. Dabei ist es nur eines der Reizthemen, die durch die „Abseitsfalle“ schwirren. Im Stammlokal der Unioner legt das Präsidium am Montagabend die Karten auf den Tisch. Präsident Dirk Zingler verkündet eine grausame Wahrheit nach der anderen: Die Übertragung des als „Grün- und Erholungsfläche“ ausgewiesenen landeseigenen Areals für einen Euro an den Klub ist an der EU gescheitert, stattdessen soll Union das Gelände für fast zwei Millionen Euro kaufen und dann selbst für drei Millionen sanieren. Damit verschwindet das neue Stadionprojekt in der Schublade, und das Geld für die vom DFB geforderten Erneuerungen – Rasenheizung, überdachte und renovierte Stehplatztribünen – hat der Klub nicht, woher auch? Im Fanforum haben sich die Fans aufgeregt, in der überfüllten „Abseitsfalle“ ist die Stimmung gedrückt. „Wie haben die das denn in Magdeburg mit ihrem neuen Stadion gemacht? Und in Dresden?“, fragt einer. Aufsichtsrat Antonio Hurtado erläutert die Unterschiede. Über zwei Jahre hatte der Senat Zeit, dem Verein in puncto Renovierung ein Signal zu geben. Geschehen ist nichts. Jetzt schieben sich drei Senatsverwaltungen die Bälle zu, Inneres, Wirtschaft und Finanzen. „Was wir erwarten, ist ein klares politisches Bekenntnis für diesen Standort!“, sagt Dirk Zingler. Beifall. „Wenn wir einen Regierenden Bürgermeister hätten, der Fußballfan wäre, wäre alles einfacher“,sagt der Chef vom Aufsichtsrat. „Dann würde der wissen, dass hier in der Alten Försterei Fußball gelebt wird, ja, gelebt.“ Sechs Wochen Nachdenkpause soll der Senat bekommen, und wenn nichts passiert, „dann stehen wir bei Wowi auf der Matte oder blockieren die Stadtautobahn – zum Beispiel.“ Beifall. Lothar Heinke

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