Verbandstag des BFV : Es rumort an der Berliner Basis

Den Berliner Fußballverband erwartet ein spannender Samstag. Auch das Präsidium könnte sich beim Verbandstag verändern.

von
Bernd Schultz ist seit 2004 Präsident des Berliner Fußball-Verbandes und strebt eine fünfte Amtszeit an.
Bernd Schultz ist seit 2004 Präsident des Berliner Fußball-Verbandes und strebt eine fünfte Amtszeit an.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die meisten Versammlungen des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) sind nicht gerade spektakulär. Meist geht es um Feinheiten in den Statuten, Terminabsprachen oder Wahlen, bei denen es oft nicht einmal einen Gegenkandidaten gibt. Zudem ist die Beteiligung in Anbetracht der immer weiter steigenden Mitgliederzahl von mehr als 150.000 oft überschaubar. Am Samstag beim alle vier Jahre stattfindenden Verbandstag des BFV könnte es aber durchaus interessant werden.

Denn an der Basis rumort es. Viele Vereine fühlen sich alleingelassen mit den umfangreichen Aufgaben. Während sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Erfolge der Nationalmannschaft und neue Fernsehverträge feiert, sollen sich die Amateurklubs um Nachwuchsförderung und Integration kümmern – aber bloß nicht vergessen, den elektronischen Spielbericht rechtzeitig abzuschicken. Und das alles ehrenamtlich. So zumindest das Gefühl vieler Vereine.

Auch die Unterlagen für den Verbandstag fördern dieses Gefühl der Überforderung eher. Fast 700 Seiten mit mehr als 100 Anträgen liegen für die Vereine bereit. Eines der wichtigsten – und unumstrittenen – Themen ist dabei die Einführung eines Ausschusses für Mädchen- und Frauenfußball.

Brisant könnte es in Anwesenheit von DFB-Präsident Reinhard Grindel aber bei anderen Punkten auf der Tagesordnung werden. Mehrere Vereine, die in einer losen Interessengemeinschaft organisiert sind, haben 25 Anträge sowie eine Resolution zum Grundlagenvertrag zwischen DFB und Deutscher Fußball-Liga (DFL) eingebracht. Darin heißt es, der BFV solle die Offenlegung der Zusatzvereinbarung fordern, die die finanzielle Beteiligung des DFB – und damit indirekt auch der Amateurvereine – an den steigenden Fernseheinnahmen der Bundesliga deckelt. „Der DFB verdeckt eigene Fehler und die Landesverbände machen sich klein“, kritisiert einer der Antragssteller, Bernd Fiedler von Stern 1900. BFV-Präsident Bernd Schultz moniert, der Antrag würde ins Leere laufen. „Der Grundlagenvertrag steht beim außerordentlichen DFB-Bundestag im Dezember schon auf dem Programm“, sagt Schultz.

Der Präsident, der dem Verband schon seit 2004 vorsteht, ist jedoch nicht unumstritten. „In dieser Zeit ist der BFV in vielen Bereichen kein Stück weitergekommen“, sagt Fiedler. „Es kommen kaum Ideen, es wird nur der Status quo verwaltet.“ Schultz sieht das natürlich anders. „Wir haben wichtige Schritte gemacht, vor allem bei den Liegenschaften des Verbands und im Bereich Qualifizierung“, sagt der Präsident, der eine fünfte Amtszeit anstrebt. Fiedler und Gerd Thomas vom FC Internationale wollen jedoch eine Neuorganisation des Vorstandes und kandidieren für das geschäftsführende Präsidium – ohne dabei einen konkreten Posten zu nennen.

» Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben