Verbotener Wetteinsatz? : DFB ermittelt gegen Regionalligisten Hoffenheim

Der DFB-Kontrollausschuss hat Ermittlungen gegen die TSG Hoffenheim eingeleitet. Hintergrund sind Vorwürfe gegen Kapitän Örüm, er habe auf eine Rote Karte für einen Augsburger Gegenspieler gewettet.

Hoffenheim - Wegen eines angeblichen verbotenen Wetteinsatzes ermittelt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen den Süd-Regionalligisten TSG Hoffenheim. «Die Ermittlungen des Kontrollausschusses dauern noch an. Der Verdacht hat sich bisher nicht bestätigt», sagte DFB-Pressesprecher Harald Stenger am Donnerstag der dpa. Er betonte, dass der DFB - wie bei der Aufarbeitung des Manipulationsskandals um Robert Hoyzer vereinbart wurde - «absolut zeitnah und im Ruckzuck-Stil» gehandelt habe.

Hoffenheims Kapitän Matthias Örüm soll einem ihm bekannten Anrufer zu Folge bei der 1:3 (1:1)-Niederlage der Nordbadener gegen den FC Augsburg am 21. Oktober auf eine Rote Karte gegen einen Mitspieler gewettet haben. Tatsächlich wurde der von Borussia Dortmund gekommene Stürmer Sahr Senesie wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen.

TSG-Präsident Peter Hoffmann bestätigte einen Bericht der «Bild»- Zeitung (Donnerstag-Ausgabe), wonach der Club Selbstanzeige gestellt hat. «Hoffenheim hat uns vergangene Woche informiert, dass es einen Verdacht über einen verbotenen Wetteinsatz gibt», sagte Stenger. Daraufhin sei der Kontrollausschuss informiert worden. Dessen Vorsitzender Horst Hilpert hat inzwischen Örüm und Senesie vernommen.

Örüm bezeichnete die Vorwürfe als «totalen Quatsch» und hat über seinen Anwalt bei der Polizei Anzeige gegen den ihm bekannten Anrufer wegen Verleumdung, Rufschädigung und Nötigung erstattet. Für TSG- Präsident Hoffmann gilt die Unschuldsvermutung: «Der Verein unterstützt Matthias Örüm.» Auch Mäzen Dietmar Hopp stellte sich hinter den Spieler. «Ich halte es für ausgeschlossen, dass da etwas dran ist», sagte der Mitbegründer des Softwaregiganten SAP.

Hopp verfolgt mit dem derzeitigen Tabellensiebten Hoffenheim ehrgeizige Pläne und sorgte erst vor zwei Wochen für Schlagzeilen: Im Großraum Walldorf will er bis 2008 ein etwa 40 Millionen teures Stadion für 30.000 Zuschauer errichten und peilt mit einer Spielgemeinschaft rund um die TSG langfristig den Aufstieg in die Bundesliga an. Der Unternehmer sponsert bereits Eishockey-Vizemeister Adler Mannheim sowie den Handball-Bundesligisten SG Kronau/Östringen. Die Heimstätte beider Vereine, die Mannheimer SAP-Arena, wurde mit den Hopp-Millionen erbaut. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben