Sport : Vereinsfeind Nummer eins

Alba Berlin und Oldenburgs Trainer Don Beck mögen sich nicht. Heute treffen sie aufeinander

Benedikt Voigt

Berlin - Falls bei Alba Berlin irgendwann wieder ein Trainerposten frei werden sollte, wird einer diesen Job garantiert nicht bekommen: Don Beck. Seitdem sich der Trainer der EWE Baskets Oldenburg in der vergangenen Saison bei der Ligaleitung schriftlich beschwert hatte, dass Alba von den Schiedsrichtern bevorteilt werde, verbindet ihn mit den Berliner Basketballern eine tiefe Abneigung. Albas Vizepräsident Marco Baldi sagt: „Es ist eine Antipathie entstanden.“

Heute trifft Alba Berlin erstmals seit jenem Brief wieder auf Don Beck. Die EWE Baskets Oldenburg empfangen den in der Basketball-Bundesliga (BBL) ungeschlagenen Tabellenführer Alba (18.30 Uhr, live auf Premiere). Beide Seiten versuchen, den alten Streit herunterzuspielen. „Wir brauchen nach der schmerzlichen Niederlage in Sofia keine Pseudomotivation“, sagt Baldi, „das Thema wird unsere Fans eher beschäftigen, wenn Oldenburg nach Berlin kommt.“ Dann werde man die Anhänger vielleicht beruhigen müssen. Mit dem Klub Oldenburg habe Alba kein Problem. Wohl aber mit dem Trainer. Marco Baldi sagt: „Der Brief hat menschlich tief blicken lassen.“

Der Oldenburger Coach will sich in der Öffentlichkeit nicht mehr dazu äußern. „Ich werde Alba darauf keine Antwort geben“, sagt der 52-Jährige, „wenn Alba das ins Persönliche ziehen will, in Ordnung.“ Sein Brief an die Ligaleitung sei damals nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen. Er bedauert, dass ihn ein lokaler Journalist dennoch veröffentlicht hat.

Don Beck hatte im Februar unter anderem geschrieben, dass Alba bevorteilt werde. Würde er diesen Brief noch einmal verfassen? Don Beck sagt: „Ich werde weiterhin alles tun, um mein Team zu schützen.“ Bei Alba hatte der Brief Empörung ausgelöst. Die Berliner fühlten sich danach selber von den Schiedsrichtern benachteiligt. Zudem warfen sie der alten Ligaführung vor, nicht angemessen reagiert zu haben. Das Thema schwelte weiter. „Der Brief hat im vergangenen Jahr eine Schiedsrichterdiskussion ausgelöst“, sagt BBL-Sprecher Dirk Kaiser.

Unter dem neuen BBL-Geschäftsführer Jan Pommer gibt es nun eine Leitlinie, die den Umgang mit Schiedsrichtern regelt. Die Ansetzungen werden inzwischen nur kurzfristig bekannt gegeben, außerdem ist es Vereinsverantwortlichen verboten, Schiedsrichter vor dem Spiel anzurufen oder während des Spiels ihre Kabine zu betreten. In Schiedsrichter Jens Staudenmayer gibt es eine Person, die als Anlaufstelle für die Vereine dienen soll. Er kann Schiedsrichter nach schlechten Leistungen sogar abberufen.

Nach dieser Vorgeschichte werden die drei Unparteiischen im heutigen Spiel unter besonderer Beobachtung stehen. Baldi sagt: „Schiedsrichter müssen generell in der Lage sein, mit solchen Situationen umzugehen.“ Zuvor aber rühmt Don Beck Albas aktuelles Team. „Das ist die beste Alba-Mannschaft seit den Jahren mit Wendell Alexis“, sagt der Oldenburger Trainer. Das sei auch der Grund für die bisherigen acht Siege in acht Spielen. Don Beck sagt: „Mit den Schiedsrichtern hatten diese Siege nichts zu tun.“ Klingt da vielleicht Versöhnung durch?

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