Sport : Verfolgt fühlen sich viele

Hellmut Krug

Beim Spiel zwischen Energie Cottbus gegen den FC Schalke 04 hat sich Cottbus’ Trainer Petrik Sander darüber beschwert, dass seiner Mannschaft ein Elfmeter versagt worden sei. Sander hat sich in den vergangenen Wochen öfter über eine angebliche Benachteiligung beklagt. Werden Schiedsrichter durch solche Äußerungen sensibilisiert oder sogar beeinflusst, Herr Krug?

In jedem Einzelfall lässt sich die Frage natürlich nicht beantworten, in die Köpfe einzelner Menschen kann ich nicht schauen. Aber grundsätzlich lässt sich sagen: Ein Schiedsrichter registriert natürlich derartige Äußerungen. Es gehört schließlich zur Vorbereitung eines Unparteiischen, sich umfassend zu informieren. Das beginnt beim aktuellen Tabellenstand, geht weiter über Mannschaftsaufstellungen und einzelne Spielertypen bis hin zu Reaktionen von Managern und Trainern. Allerdings kann und wird ein Schiedsrichter Nebengeräusche jedweder Art zwar registrieren, sich aber niemals davon beeinflussen lassen.

Generell gilt: Je hochklassiger und qualifizierter ein Schiedsrichter ist, umso weniger wird er sich von irgendwelchen öffentlichen Äußerungen beeindrucken lassen. Er wird vielmehr jede anstehende Partie so unbeeinflusst und objektiv wie möglich leiten. Der Fall Robert Hoyzer, der Spiele in der Regionalliga und der Zweiten Liga manipulierte, ist – das muss man immer wieder betonen – ein absoluter Ausnahmefall. Und dass ein Verein sich benachteiligt oder gar „verfolgt“ fühlt, erleben wir immer einmal wieder. Leider vergessen dann die betroffenen Vereine regelmäßig, dass auch sie einmal von Schiedsrichterentscheidungen profitiert haben. Aber mehr als menschliche Fehler stecken nun wirklich nicht hinter falschen Pfiffen.

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