Sport : Vergesst Olympia

Für die Eisbären-Spieler geht es jetzt um den Titel

Mathias Klappenbach

Berlin - Florian Busch ist froh, wieder in Berlin zu sein. „In Turin war es oft langweilig, da hat man von der Olympia-Atmosphäre nicht so viel mitgekriegt und die anderen Wettkämpfe nur im Fernsehen gesehen“, sagt der Eishockey-Nationalspieler. Das viele persönliche Lob, das der junge Stürmer vom EHC Eisbären trotz des schwachen Abschneidens der deutschen Nationalmannschaft beispielsweise von Bundestrainer Uwe Krupp bei den Winterspielen erhalten hat, scheint ihn nicht besonders zu interessieren. „Alle sagen jetzt nach Olympia: Gut gemacht, das hattest du dir verdient. Aber entscheidend ist, dass die Saison 2006 insgesamt mein Jahr ist“, sagt der 21-Jährige. „Vor der Saison hätte ich gesagt, dass es mein Ziel ist, überhaupt ein Tor zu schießen.“ Acht sind es bisher geworden, und nicht nur Eisbären-Trainer Pierre Pagé hatte schon lange vor Olympia die Berufung von Busch in die Nationalmannschaft gefordert.

Das Nationalteam ist Zehnter bei Olympia geworden und hat dabei kein Spiel gewonnen, dennoch sahen die Verantwortlichen nach dem Turnier „den Abwärtstrend im deutschen Eishockey gestoppt“. Unter anderem deshalb, weil junge Spieler wie Busch überzeugten. Vor der B-Weltmeisterschaft Ende April, bei der Deutschland wieder erstklassig werden will, hat Busch aber noch etwas anderes zu tun: Er will mit den Eisbären den deutschen Meistertitel verteidigen.

Fünf Spiele müssen die Berliner vor dem Ende der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in den nächsten neun Tagen bestreiten, heute gegen die Iserlohn Roosters (19.30 Uhr, Sportforum) stehen die vier Olympia-Teilnehmer der Eisbären wieder im Kader. Am Dienstag beim 5:3 bei den Krefeld Pinguinen waren Rob Leask, Sven Felski, Stefan Ustorf und Busch noch geschont worden. Ab jetzt müssen sie sich wieder voll auf den Verein und die entscheidende Phase in der DEL konzentrieren. „Es ist ganz wichtig, dass wir nach der Hauptrunde unter die ersten vier kommen“, sagt Trainer Pierre Pagé. „Und bis zu den Play-offs müssen wir uns jetzt noch in einigen Dingen verbessern, vor allem müssen wir schneller spielen.“ Auch in anderen Bereichen wie dem Unterzahl-Spiel gebe es noch einiges zu tun. „Deshalb ist es gut, dass wir jetzt wieder alle Spieler dabei haben und auch gemeinsam im Training arbeiten können“, sagt Trainer Pagé.

Die nächste Woche entscheidet darüber, wie die Eisbären in die Play-offs gehen werden. Doch Pagé muss quasi nebenbei auch auf andere wichtige Dinge Rücksicht nehmen. Gegen Iserlohn hat er zwar seine Olympia-Spieler wieder dabei, dafür lässt er heute aber André Rankel, Jens Baxmann und Tobias Draxinger bei den Eisbären Juniors in der Qualifikationsrunde der Oberliga beim TEV Miesbach spielen. Von den acht Teilnehmern dieser Runde bleiben nur die beiden Erstplatzierten in der nächsten Saison in der Oberliga.

Ein Abstieg des Nachwuchsteams aus der dritten Spielklasse wäre ein Rückschlag für das Ausbildungsprogramm der Eisbären für junge deutsche Eishockeyspieler. „Das ist eine sehr gute Sache, die zum Beispiel mit den intensiven Trainingscamps im Sommer viele Spieler einen großen Schritt weiterbringt“, sagt auch Florian Busch.

Die Talente sollen langfristig dem EHC Eisbären dabei helfen, seine Spitzenstellung im deutschen Eishockey zu behaupten. Zudem werden einige von ihnen sicher auch einmal wichtig für die Nationalmannschaft.

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