Verlängerung vor dem Anpfiff : Bundestrainerin Neid bleibt bis 2016 beim DFB

Lange zögern musste Silvia Neid nicht. Theo Zwanziger hatte kaum verkündet, dass der DFB der Bundestrainerin der Frauen eine Vertragsverlängerung angeboten habe, da nahm die 47-Jährige den Antrag bereits öffentlich an.

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Bei der Arbeit. Silvia Neid bleibt bis 2016 erste Fußballtrainerin im Lande.
Bei der Arbeit. Silvia Neid bleibt bis 2016 erste Fußballtrainerin im Lande.Foto: dpa

Berlin - „Meiner Meinung nach habe ich ja sowieso den schönsten Job. Es gibt nichts Schöneres, als Bundestrainerin zu sein“, sagte Neid. „Deshalb musste ich gar nicht lange überlegen und habe gesagt: Ja! Sehr, sehr gerne.“ Der DFB und die 111-malige Nationalspielerin verständigen sich darauf, dass Neid die Nationalmannschaft für weitere drei Jahre bis 2016 betreuen wird – egal wie die in fünf Tagen beginnende Heim-WM für sie und ihre Mannschaft ausgeht.

„Wir tun das als Zeichen der Wertschätzung für Silvia Neid und ihre Arbeit“, sagte Zwanziger. „Sie hat als Trainerin und Spielerin viele Titel für den deutschen Fußball gewonnen.“ Als Spielerin hatte Neid dreimal den EM-Titel geholt, kurz nach ihrem Karriereende wechselte sie in den Trainerstab der damaligen Bundestrainerin Tina Theune. Deren Posten übernahm sie nach der EM 2005, in sechs Jahren als Bundestrainerin gewann Neid mit ihrer Mannschaft die WM 2007 und EM 2009. Mit ihrer Kapitänin Birgit Prinz hat sie noch selbst zusammengespielt, zusätzlich zu den etablierten Spielerinnen im Kader ist es Neid aber auch gelungen, Talente wie Celia Okoyina da Mbabi oder Alexandra Popp an das Team heranzuführen und zu integrieren. Auf diesen Effekt von Neids Arbeit setzt auch der Deutsche Fußball-Bund „Wir wollen auch den jungen Spielerinnen vermitteln: Diese Trainerin wird weiter dabei sein und Verantwortung im DFB tragen“, sagte Zwanziger. Silvia Neid wertete die Vertragsverlängerung als „Zeichen des Vertrauens“ und fügte hinzu: „Ein besseres Lob kann man sich von seinem Arbeitgeber gar nicht wünschen.“

Der Bundestrainerin bleiben jetzt noch wenige Trainingseinheiten, um ihrer Spielerinnen auf das WM-Auftaktspiel am Sonntag gegen Kanada vorzubereiten. Eine Entscheidung über die Elf, die im Berliner Olympiastadion die Weltmeisterschaft eröffnen soll, sei aber noch nicht gefallen. „Das sagt mir mein Auge, mein Bauch und mein taktisches Wissen. Danach werden wir entscheiden, wer die beste Elf gegen Kanada ist“, sagte Neid. Erst am Sonntag vor dem Spiel werde sie den Spielerinnen mitteilen, wer gegen Kanada aufläuft.

Am Dienstag absolvierte die deutsche Mannschaft nach Redaktionsschluss dieser Aufgabe ihr erstes Training in Berlin, nachdem die Spielerinnen zuvor noch einmal vier Tage Freizeit gehabt hatten. Neid selbst hatte geplant, sich mit einer Runde Golf abzulenken, das schlechte Wetter allerdings hinderte sie daran, ihrem Hobby nachzugehen. An wirkliche Entspannung sei aber so kurz vor der WM ohnehin nicht mehr zu denken. „Es fällt mir im Moment sehr schwer, abzuschalten und an etwas anderes zu denken“, sagte Neid. „Und ich hoffe, das wird auch die nächsten vier Wochen so sein.“ Am 17. Juli will sie den dritten WM-Titel in Folge für Deutschland gewinnen. Die Vertrags-Entscheidung des DFB hat zwar einigen Druck von ihr genommen, die Erwartungen an die Bundestrainer sind trotzdem groß. Neid wirkt bisher trotzdem sehr entspannt. „Ich bin noch ganz relaxt“, sagte sie gestern. „Ich glaube aber, das Kribbeln geht so am Donnerstag los.“

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