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Verletzt beim Spiel gegen Armenien : Marco Reus droht das WM-Aus

Marco Reus musste noch während der WM-Generalprobe der Nationalelf gegen Armenien ins Krankenhaus. Dort wurde ein Teilriss des vorderen Syndesmosebandes diagnostiziert. Jetzt droht ihm das Aus für die WM in Brasilien.

Schmerzverzerrt: Marco Reus verdreht sich den Fuß, muss vom Platz.
Schmerzverzerrt: Marco Reus verdreht sich den Fuß, muss vom Platz.Foto: AFP

Fußball-Nationalspieler Marco Reus droht das WM-Aus. Der 25 Jahre alte Offensivspieler von Borussia Dortmund hat beim 6:1-Sieg der deutschen Mannschaft im Benefiz-Länderspiel gegen Armenien einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenkes erlitten. Diese Diagnose teilte der DFB in der Nacht zum Samstag nach einer Kernspin-Untersuchung in der Mainzer Uniklinik mit.
Eine solche Verletzung erfordert gewöhnlich eine mehrwöchige Pause. „Weitere Entscheidungen“ soll es zu einem späteren Zeitpunkt geben, erklärte der Verband. Das deutsche Team fliegt am Samstagabend nach Brasilien. Die WM beginnt am kommenden Donnerstag.

Reus hatte die Verletzung bei einem an sich harmlosen Zweikampf zum Ende der ersten Spielhälfte erlitten. „Es war ein Zweikampf, wie er immer wieder passiert im Spiel“, sagte Joachim Löw. Der Bundestrainer könnte eine Entscheidung auch aufschieben. Er darf einen verletzten Spieler im 23-Mann-Kader bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal am 16. Juni in Salvador ersetzen.

Marco Reus spielt in den Überlegungen des Bundestrainers eine tragende Rolle

Ein Ausfall von Reus würde Löws Mannschaft schwer treffen. Nicht nur, weil in Person von Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm bereits wichtige Spieler verletzt oder immer noch nicht richtig fit sind. In den Überlegungen des Bundestrainers spielt Reus eine tragende Rolle. Miroslav Klose, der einzige nominelle Mittelstürmer, ist nach diversen Verletzungen noch nicht hundertprozentig fit. So schwebt Löw als Alternative zu Klose ein Wechselspiel zwischen Reus und Thomas Müller auf der Position ganz vorn vor.

Gegen Armenien klappte das phasenweise sehr gut. Als Müller einen präzisen Ball hinter die armenische Innenverteidigung auf Reus spielte, hätte der Dortmunder beinahe die frühe Führung für Deutschland erzielt. Sein Versuch wurde aber im letzten Moment von einem Verteidiger vor der Linie gestoppt. Nach leichten Startschwierigkeiten fand Deutschland immer besser ins Spiel, Reus, Müller und Jerome Boateng vergaben weitere gute Chancen.

Miroslav Klose erzielte sein 69. Länderspieltor - Rekord

Dann lag Reus auf dem Boden. Für ihn kam Lukas Podolski und brachte wie schon beim letzten Test gegen Kamerun (2:2) neuen Schwung ins deutsche Spiel. Podolski war insgesamt an vier Toren beteiligt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit bediente der Londoner den mitgelaufenen André Schürrle, der sehenswert per Hacke zum 1:0 abschloss. Armenien verzeichnete auch in der Folge keinen einzigen Torschuss, kam aber trotzdem zum Ausgleich, weil Kevin Großkreutz ungeschickt einen Elfmeter verschuldete, den sein Vereinskollege Henrich Mchitarjan verwandelte.

Der Ausgleich währte nur zwei Minuten, dann schraubten Lukas Podolski, Benedikt Höwedes und Miroslav Klose das Ergebnis innerhalb von fünf Minuten auf 4:1. Klose erzielte dabei seinen 69. Treffer für die Nationalmannschaft und übertraf Gerd Müller als Rekordtorschützen. Später gelangen dem eingewechselten Mario Götze noch zwei Treffer zum 5:1 und 6:1.

"Man hat gemerkt, dass wir heute etwas frischer waren. Aber wir werden versuchen, nochmal einen Schritt nach vorne zu machen", sagte Löw. "Es ist Vorfreude dabei und Optimismus, aber auch ein Kribbeln und Anspannung." Wirkliche Freude wollte aufgrund der Verletzung von Marco Reus aber trotzdem kaum aufkommen. (mit dpa)

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