Sport : Verletzt und erfolgreich

Diouf trifft und steht für die Moral von Hannover.

Foto: dapd
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Lüttich - Unmittelbar nach dem kurzen Jubel über den Ausgleichstreffer humpelte Mame Diouf am Donnerstagabend zur Bank. Es ging nicht mehr, das Sprunggelenk schmerzte zu sehr. Der Angreifer von Hannover 96 ließ sich auswechseln. Nach einer genaueren Untersuchung am Freitag in Hannover wurde bei dem Senegalesen ein Teilabriss des Außenbandes festgestellt. Ein Einsatz am Sonntag im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen ist unwahrscheinlich, sei „aber nicht ausgeschlossen“, hieß es.

„Er sollte nur noch den Ball über die Linie drücken, dann konnte er raus“, kommentierte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke die Szene. „Das hat er gemacht.“ Mit dem Treffer zum 2:2 (1:2) verschaffte Diouf den Niedersachsen eine gute Ausgangsposition im Europa- League-Achtelfinale gegen Standard Lüttich.

Es war ein kurioses Tor, denn Diouf hatte selber darauf gedrängt, trotz der Verletzung kurz vor der Pause auch in der zweiten Hälfte noch aufzulaufen. „Wir waren uns nicht sicher, ob er weiterspielen kann“, berichtete Trainer Mirko Slomka von der Halbzeit-Diskussion. „Aber er hat signalisiert, dass er auf jeden Fall weitermachen will.“ Die ungewöhnliche Geschichte von Dioufs Tor nach Vorarbeit von Didier Ya Konan passt zur Moral der Mannschaft. Nachdem Yoni Buyens und Mohammed Tchite die Führung durch ein Elfmetertor von Lars Stindl umgedreht hatten, kam 96 noch einmal zurück. „Die Mannschaft hat eine gute Mentalität, das hat sie in den vergangenen beiden Jahren immer wieder bewiesen“, sagte Schmadtke. „Wir haben auch mal schlechte Spiele, aber die Mannschaft ist immer in der Lage, nach einem Rückstand zurückzukommen.“

Während die Belgier in der zweiten Halbzeit zusehends abbauten, konnte Hannover noch einmal zulegen.

„Wir haben uns in die Partie reingebissen“, sage Slomka, der nach einer mäßigen ersten Halbzeit ein verbessertes Zweikampfverhalten angemahnt und eine deutliche Steigerung erlebt hatte: „Es war wichtig, dieses zweite Tor zu machen. Jetzt ist die Ausgangslage ordentlich.“

Ungewöhnlich war auch das erste Tor der Hannoveraner. Die Strafstoß-Spezialisten Jan Schlaudraff und Mohammed Abdellaoue fehlten, stattdessen traf der gar nicht vorgesehene Stindl. „Das habe ich nicht entschieden, das hat er selber entschieden“, sagte Slomka. dpa

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