Verletzung bei Alba : Vule Avdalovic fällt mit Kreuzbandriss aus

Doppelt verloren: Alba Berlin unterliegt in der Euroleague Malaga 63:74, doch das ist noch das kleinere Übel. Schlimmer ist der Verlust von Albas Aufbauspieler Vule Avdalovic.

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Vule Avdalovic verletzte sich kurz vor Schluss am Knie. Diagnose: Kreuzbandriss.
Vule Avdalovic verletzte sich kurz vor Schluss am Knie. Diagnose: Kreuzbandriss.Foto: dpa

Als Vule Avdalovic nicht sofort wieder aufstand, mussten die Verantwortlichen von Alba Berlin gleich das Schlimmste befürchten. Der serbische Aufbauspieler hat in seiner Karriere schon einige Schmerzen weggesteckt und ist hart im Nehmen, insofern war am Donnerstagabend schnell klar, dass sich der 31-Jährige kurz vor Schluss der 63:74-Niederlage gegen Malaga ernsthaft verletzt hatte. Eine nächtliche Untersuchung im Krankenhaus brachte den Berliner Basketballern dann Gewissheit: Avdalovic hat einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten und wird Alba voraussichtlich für den Rest der Saison fehlen. Es ist der zweite Kreuzbandriss für den Aufbauspieler, in der Saison 2007/08 hatte er sich im Trikot von Valencia die gleiche Verletzung im rechten Knie zugezogen.

Sportdirektor Mithat Demirel sprach am Freitag von einem „Hammerschlag“, der das Team getroffen habe. Coach Sasa Obradovic hatte Avdalovic mit aus Donezk nach Berlin gebracht, der Point Guard war Wunschspieler und verlängerter Arm des Trainers auf dem Feld. „Vule ist ein zentraler Spieler für uns, gerade für Sasas Philosophie“, sagte Demirel. Der Serbe hatte sich mit seinem unermüdlichen Kampfeswillen, seiner Übersicht und seiner vorbildlichen Einstellung schnell als Kopf der Mannschaft etabliert. Als Scorer glänzte Avdalovic mit einem Bundesligaschnitt von 7,1 Punkten pro Spiel eher selten, dafür war er in Verteidigung und Spielorganisation aus Albas neuem Team nicht mehr wegzudenken. „Er ist ein enorm wichtiger Spieler für uns, auf dem Feld und auch abseits davon“, sagte Demirel.

Avdalovics Ausfall ist nach dem Kreuzbrandriss von Nathan Peavy kurz vor Saisonbeginn bereits die zweite schwere Verletzung, mit der die Berliner in dieser Spielzeit fertig werden müssen. Hinzu kommt die langwierige Sehnenentzündung des nachverpflichteten Brian Randle, der Peavys Fehlen eigentlich kompensieren sollte.

Trotz der Rückschläge hatte sich Obradovics Team schnell gefunden und bislang in Bundesliga und Europapokal weitgehend überzeugt. Mit Avdalovic bricht nun eine der wichtigsten und zuverlässigsten Säulen im Konzept des Trainers weg. „Wir werden reagieren müssen“, sagte Demirel über die Verpflichtung eines weiteren Spielers. Die Suche nach einem Ersatz wollen die Berliner aber nicht überstürzen. „Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und dann wieder nach vorn schauen“, sagte Demirel und fügte hinzu: „Wir werden an der Verletzung nicht zusammenbrechen.“ Angesichts des anspruchsvollen Programms der Berliner in Bundesliga und Euroleague-Zwischenrunde verheißt der Ausfall ihres Anführers aber auch wahrlich nichts Gutes.

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