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Verletzungen und Sperren : Hertha mit neuer Defensive

Janker verletzt, Hubnik angeschlagen, Mijatovic und Lell gesperrt: Hertha BSC muss die Abwehr mindestens im nächsten Bundesligaspiel gegen Hannover 96 komplett umbauen.

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Andre Mijatovic und Christian Lell nach dem Hamburg-Spiel. Beide fehlen gesperrt gegen Hannover, Lell womöglich sogar noch länger wegen einer Verletzung.
Andre Mijatovic und Christian Lell nach dem Hamburg-Spiel. Beide fehlen gesperrt gegen Hannover, Lell womöglich sogar noch länger...Foto: dpa

Roman Hubnik hatte einen guten Grund, der Trainingseinheit fernzubleiben. Der Innenverteidiger von Hertha BSC, der am Samstag gegen den HSV einen Schlag auf das Knie bekam, wurde am Montag eingehend untersucht. Herthas Mannschaftsarzt diagnostizierte lediglich einen Bluterguss, weshalb einem Einsatz am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Hannover 96 nichts im Wege stehe. Für Hertha ist das eine gute Nachricht.

Auch Michael Skibbe atmete auf, als ihn der Untersuchungsbericht Hubniks erreichte. Der Tscheche wird spätestens Donnerstag wieder ins Training einsteigen, Skibbe wünschte es sich früher. Jeder Tag früher helfe, sagte Herthas Trainer.

Es stand ja schon zu befürchten, dass Berlins Fußballbundesligist mit einer völlig neuen Abwehrreihe in das so bedeutsame Spiel gegen die Niedersachsen gehen würde. Christoph Janker hatte sich gegen den HSV das Jochbein gebrochen. Andre Mijatovic, der für Janker ins Spiel kam, holte sich ebenso die fünfte Gelbe Karte ab wie Christian Lell.

Lell fehlte am Montag ebenfalls beim Training. Nach Angaben der Bild-Zeitung soll Herthas Rechtsverteidiger in München von Dr. Müller-Wohlfahrt untersucht worden sein. Der Bayern-Arzt hätte demnach einen Muskelbündel-Riss im linken, hinteren Oberschenkel bei Lell festgestellt, der deshalb sechs Wochen auszufallen drohe. Das wiederum wäre für Hertha eine dramatische Nachricht. Am Dienstag gab es zumindest teilweise Entwarnung: Lell fehlt mit einem leichten Muskelfaserriss nach Angaben von Herthas Teamarzt Gerd Schleicher "nur" etwa 14 Tage.

Für Montag hatte Michael Skibbe den eigentlich trainingsfreien Tag gestrichen und eine Extraeinheit angesetzt, die er allerdings "nicht als Straftraining" gedeutet wissen wolle. "Es ist einfach notwendig, dass wir mehr arbeiten", sagte Skibbe. Nach der zweiten Niederlage im zweiten Rückrundenspiel sei die Lage "angespannt", man dürfe den Kopf nicht zu lange im Sand belassen, "sondern muss auch wieder rausgucken", sagte Skibbe.

Herthas Trainer plant also mit Hubniks Mitwirken, ebenso wie mit dem von Lewan Kobiaschwili. Der Georgier, 34, der gegen den HSV nicht seinen besten Tag hatte, wird die Mannschaft gegen Hannover sehr wahrscheinlich als Kapitän aufs Feld führen. Das deutete Skibbe an. Für Lells Position gilt Alfredo Morales (21) vorerst als erste Option, für den Part von Mijatovic in der Innenverteidigung bieten sich Sebastian Neumann oder Neuzugang Felix Bastians an. Letzterer aber hat seine Stärken auf der linken Seite. "Ich bin kein Freund davon, Spieler auf Positionen einzusetzen, die sie gar nicht spielen wollen", sagte Skibbe. Bedeutet wohl, dass eine Rückversetzung eines Spielers wie Peter Niemeyer etwa in die Innenverteidigung unwahrscheinlich ist.

Hertha wird eine Viererkette aufbieten, die es in dieser Zusammensetzung noch nicht gegeben hat. Auch deshalb will Skibbe in dieser Woche noch ein, zwei taktische Trainingseinheiten einstreuen. Zumindest das ist keine so schlechte Nachricht.

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