Verletzungsmisere : Hamburger SV: Warten auf Weihnachten

Der Hamburger SV beklagt den nächsten Verletzten und sehnt die Winterpause herbei.

Mainz - Nein, den eigenen Spielerpass habe er nicht mehr in der Schublade, sagte Hamburgs Trainer Bruno Labbadia nach dem nächsten personellen Rückschlag beim 1:1 (1:0) in Mainz mit einem gequälten Lächeln. Durch die Verletzung des Niederländers Eljero Elia steht der Fußball-Bundesligist im wichtigen Europa-League-Spiel am Mittwoch gegen Rapid Wien womöglich nahezu ohne Stürmer da. Die Norddeutschen könnten die früheren Torjäger-Qualitäten ihres Übungsleiters daher sehr gut gebrauchen. Doch der HSV-Coach wollte nicht klagen. „Sicher sind wir derzeit nicht gerade vom Glück begünstigt, aber wir müssen uns an die eigene Nase packen. Auch heute hätten wir das Spiel allen Widrigkeiten zum Trotz wieder gewinnen können“, sagte er selbstkritisch.

Die Hanseaten werden also auch in Zukunft ohne den Spieler Labbadia auskommen müssen, der damit leben muss, dass sich Woche für Woche ein anderer Spieler verletzt. Eine Serie, wie sie Labbadia in seiner Karriere als Spieler und Trainer noch nie erlebt hat.

Seit sechs Spielen ist der HSV nun schon ohne Sieg und droht langsam den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Noch härter trifft Labbadia aber Elias Ausfall. Der Stürmer wurde nach einem rüden Foul des Mainzer Verteidigers Nikolce Noveski, für das sich FSV-Coach Thomas Tuchel nach der Partie offiziell bei seinem Kollegen entschuldigte, mit einer schweren Knöchelblessur vom Platz getragen. Er soll an diesem Montag genauer untersucht werden, sein Mitwirken gegen Wien ist äußerst fraglich. Möglicherweise hat er einen Bänderriss erlitten, auch eine Knochenverletzung kommt als Diagnose in Frage, es hat ihn auf jeden Fall hart getroffen.

Da den Norddeutschen in Mladen Petric, Zé Roberto, Jonathan Pitroipa, Alex Silva, Bastian Reinhardt, Romeo Castelen, Collin Benjamin, Paolo Guerrero und nun Elia derzeit fast eine komplette Stammelf fehlt, müssen andere in die Bresche springen.

   Wie Tunay Torun, der gegen Mainz den Vorzug vor dem Schweden Marcus Berg erhalten hatte und das Vertrauen des Trainers mit dem frühen 1:0 (3. Minute) rechtfertigte. „Ich habe mir vor dem Spiel vorgenommen, einen Treffer zu machen. Mein Vater wird sehr stolz auf mich sein“, sagte der 19-Jährige nach seinem ersten Bundesliga-Tor. Bezeichnenderweise humpelte aber auch Torun nach dem Spiel durch die Katakomben des Mainzer Bruchwegstadions. Eine Prellung am Schienbeinknochen machte dem Türken zu schaffen.

   Während der HSV der Winterpause entgegen fiebert, würden sie in Mainz wohl am liebsten durchspielen. Sechs Minuten vor dem Ende erzielte Tim Hoogland das 1:1, damit bleibt sein Team im eigenen Stadion ungeschlagen. Dass dem Tor ein unberechtigter Eckstoß vorausging, passte zu den unterschiedlichen Gefühlswelten beider Klubs. dpa

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