Verletzungspech beim FC Bayern : Ribéry fällt acht Wochen aus

Nach Arjen Robben muss der FC Bayern nun auch länger auf Franck Ribéry verzichten. Nach der Verletzung im Spiel gegen Hoffenheim wird der Franzose dem Team voraussichtlich bis November fehlen.

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Bayerns Franck Ribéry wird für acht Wochen ausfallen.
Bayerns Franck Ribéry wird für acht Wochen ausfallen.Foto: dpa

Kaum ein Fußballklub kann sich so schnell der Zukunft zuwenden wie Bayern München. Gerade hatte seine Mannschaft beim 2:1 (0:1)-Sieg über Hoffenheim den ersten Auswärtssieg der Saison geschafft, da richtete Bayern-Trainer Louis van Gaal seinen Blick schon nach vorn. "Der Abstand vor dem Mainz-Spiel ist nicht zu groß geworden, wir haben gewonnen", freute sich der Niederländer vor dem Duell mit Tabellenführer Mainz am Sonnabend. Und Verteidiger Holger Badstuber antwortete auf die Frage nach den Erwartungen für das Mainz-Spiel trocken: "Dass wir sie schlagen."

Manchmal aber sind auch die Münchner gezwungen, sich dem Alltag und Unerfreulichem zu stellen. So wie bei Franck Ribéry. Der Franzose musste beim Spiel in Hoffenheim in der 64. Minute von zwei Betreuern und mit Tränen in den Augen vom Platz geführt werden. "Es sieht nicht gut aus", meinte Manager Christian Nerlinger schon in der Nacht in der Rhein-Neckar-Arena. "Der Bandapparat ist verletzt", sagte Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Am Tag danach, als Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt um halb zehn am Morgen seine Untersuchungen begann, bestätigten sich viele Befürchtungen: Der französische Nationalspieler wird voraussichtlich bis zu acht Wochen wegen eines Außenband- und Kapselrisses im rechten Sprunggelenk nicht spielen können.

Ribérys Verletzung kommt für die Bayern zum ungünstigsten Zeitpunkt, denn neben dem 27-Jährigen fehlt mit Arjen Robben bereits ein anderer Stützpfeiler des Bayern-Spiels. Robben kehrte verletzt von der WM aus Südafrika zurück. Der Niederländer wird wegen einer schweren Muskelverletzung im Oberschenkel erst kommendes Jahr wieder spielen können. Nun müssen die Münchner auch Ribérys Ausfall verkraften, was im Hinblick auf die Champions League schwierig werden dürfte. Acht Wochen bedeuten rund sieben Ligaspiele und drei auf internationaler Ebene.

Erst nach zehn Tagen Gips können die Reha-Maßnahmen beginnen. Vor Mitte November wird Ribéry kaum spielen können. "Das ist nicht schön, aber ich hatte noch Schlimmeres befürchtet", sagte van Gaal.

Im Gegensatz zum Fall Robben, wo die Münchener einen Millionenbetrag als Schadensersatz vom niederländischen Verband für den Einsatz Robbens im WM-Finale fordern, ist die Schuld-Frage in Sachen Ribéry geklärt. Es gibt keinen Täter. Der Franzose knickte im Strafraum nach einem Schuss unglücklich um und humpelte anschließend auf Krücken in den Mannschaftsbus. Ribéry war bereits zu Beginn des Jahres drei Monate ausgefallen. "Es wäre ein Drama, wenn er erneut lange ausfallen würde", meinte Nerlinger unmittelbar nach dem Spiel.

Vieles andere trat nach Ribérys Verletzung mit einem Mal in den Hintergrund. Selbst die angebliche Vertragsverlängerung von Louis van Gaal bis 2012 wurde zum Randthema. "Ich kann das nicht bestätigen", sagte van Gaal. "Wir führen Gespräche und ich stelle Bedingungen. Ich denke, wir klären das bis Weihnachten." Man sei mit dem Niederländer sehr weit, erklärte dagegen Manager Nerlinger, der im Sieg in Hoffenheim den "Wendepunkt" gesehen hatte. "Wir sind alle sehr erleichtert und reden jetzt nicht mehr über die schwierige Vorbereitung oder die Folgen der WM, wir schauen jetzt nach vorne."

Seit der Verletzung von Ribéry aber verheißt auch der Blick in die Zukunft weniger Gutes als angenommen. Ob die Bayern von vorne anfangen müssen, wird schon die Partie gegen Mainz zeigen.

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