Sport : Verliebt in Europa

Durch ein 2:1 bei Benfica Lissabon beendet Schalke die Vorrunde der Champions League als Gruppenerster

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Schneller Spanier. José Manuel Jurado (in Blau) entwischte gegen Benfica mehrmals seinen Gegenspielern und traf zum 1:0. Foto: dpa
Schneller Spanier. José Manuel Jurado (in Blau) entwischte gegen Benfica mehrmals seinen Gegenspielern und traf zum 1:0. Foto: dpaFoto: dpa

Die Champions League scheint für den FC Schalke 04 so etwas wie eine Frischzellenkur zu sein. So sehr die häufigen Negativerlebnisse in der Bundesliga die Mannschaft von Trainer Felix Magath auch deprimiert hatten, umso konstanter und erfolgreicher traten sie im Europapokal auf. Auch in der gestrigen Partie beim portugiesischen Traditionsverein Benfica Lissabon setzte sich diese Schalker Eigenart fort: Die Mannschaft von Trainer Felix Magath gewann im spärlich gefüllten Estadio da Luz hoch verdient mit 2:1 (1:0).

Fürs Achtelfinale waren die Schalker bereits vor dem letzten Gruppenspiel qualifiziert, mit diesem Erfolg aber sicherten sie sich auch den ersten Tabellenplatz. Das könnte ihnen für die kommende Runde einen Vorteil verschaffen, weil sie in jedem Fall im Rückspiel in der Gelsenkirchener Arena antreten werden. Allerdings können sie trotz dieses überraschenden Erfolgs bei der Auslosung am Freitag kommender Woche namhafte Mannschaften wie den AC oder Inter Mailand zugelost bekommen.

Die Partie gegen Benfica war gestern Abend bei milden 18 Grad keine allzu intensive Prüfung für die Gäste aus Deutschland. Die Begegnung hatte lange Zeit den Charakter eines frühlingshaften Freundschaftsspiel, das die Schalker überwiegend nach Belieben dominierten. Das hatte zum einen damit zu tun, dass Magaths Mannschaft, beflügelt durch den jüngsten Erfolg gegen den FC Bayern München in der Bundesliga, von Beginn an überaus selbstbewusst wirkte und gewillt war, das Spiel als Sieger zu beenden. Zum anderen lag diese Schalker Souveränität aber auch daran, dass die Portugiesen eine geradezu klägliche erste Hälfte angeboten hatten und ihre wenigen Zuschauer damit maßlos verärgerte. Die Benfica-Anhänger pfiffen ihre Mannschaft angesichts des dürftigen Auftritts zeitweise gnadenlos aus.

Gerade einmal drei Minuten gelang es den Portugiesen in den ersten 45 Minuten Druck auf die Schalker Defensive auszuüben. Doch bei zwei Distanzschüssen von Oscar Cardozo und einem Versuch von Carlos Martins brauchte Nationaltorhüter Manuel Neuer nicht einzugreifen, weil sie jeweils das Tor verfehlten. Die Westfalen waren auch in puncto Effektivität die eindeutig bessere Mannschaft. Nach einer Flanke von Ivan Rakitic legte Raúl den Ball sehenswert mit der Brust zurück auf José Manuel Jurado, der den Ball ungestört aus elf Meter Entfernung zum 1:0 verwandelte. Es war – nach gut zwanzig Minuten – der erste gute Angriff der Gäste gewesen.

Im Anschluss hatten die Schalker keine Mühe, ihre Führung zu verteidigen, weil Benfica mehr mit sich selbst als mit dem Ball und dem Gegner beschäftigt war. Auch in der zweiten Halbzeit kamen es keine Zweifel daran auf, dass die Schalker die Begegnung als Sieger beenden würden. Zwar wirkte Benfica etwas engagierter, aber noch genauso unkonzentriert im Abschluss. Verteidiger Benedikt Höwedes, der wie Jurado auch beim 2:0 gegen die Bayern getroffen hatte, verwertete neun Minuten vor dem Ende einen unkonzentriert abgewehrten Ball zum 2:0. Luisaos traf zwar noch zum 1:2, sein Tor aber kam für eine Wende zu spät.

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