Sport : Verlieren lernen

Benedikt Voigt

Drei Jahre. Seit 2003 warten die Basketballer von Alba Berlin auf einen neuen Meistertitel, auch die abgelaufene Saison hat den Berlinern wieder ein trauriges Ende beschert. Drei Jahre ohne das hässliche, aber begehrte Meisterschild sind kein Versehen, drei Jahre ohne Titel sind ein Zustand.

Alba ist sportlich nicht die Nummer eins im Land. Für die Berliner Fans und Verantwortlichen ist das eine traurige Wahrheit, doch der Sportart Basketball hilft das in Deutschland weiter. Vorbei sind die Zeiten, als Bayer Leverkusen und Alba Berlin mit je sieben Titeln in Serie die Liga langweilten, in den letzten vier Jahren teilten sich vier verschiedene Vereine die Titel. Die Liga ist so attraktiv wie nie zuvor, was der Zuschauerrekord und hochspannende Play-off-Spiele beweisen. Die Aufhebung der Ausländerbeschränkung, so negativ sie sich auf die Nationalmannschaft und die Identifikation in den Vereinen auswirkt, hat das Niveau auf dem Parkett gehoben. Ab dem Viertelfinale haben sich in Deutschlands Basketball-Hallen zahlreiche Dramen abgespielt, die viele Zuschauer begeistert haben. Schon jetzt zählt Aleksandar Nadjfejis entscheidender Wurf im fünften Halbfinalspiel in Bamberg ebenso zu den legendären Szenen wie die unglaubliche Kölner Aufholjagd im dritten Finale in Berlin.

Die Erinnerung an dieses Spiel dürfte Alba Berlin noch lange schmerzen, hat der Klub darin doch die Chance auf den Titel vergeben. Alba weiß allerdings auch, dass in dieser Saison trotz zum Teil unfassbarer Widrigkeiten vieles gelungen ist. Vor allem hat es Trainer Henrik Rödl geschafft, eine Mannschaft zusammenzustellen, die begeistert und mit der sich das Publikum identifizieren kann. Die Freude in Berlin am Basketball ist weiter gewachsen, was für Alba eine überraschende Lehre beinhalten sollte. Eine Saison kann auch ohne Meistertitel eine gute sein.

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