Sport : Verlieren, um zu gewinnen

Mathias Klappenbach

über Bayern, die nach der Niederlage erleichtert sind Das ist kaum vorstellbar: José Mourinho erklärt die Vorteile einer Niederlage seines FC Chelsea in der Premier League. Auch bei anderen sieggewohnten Klubs wie dem FC Barcelona oder Juventus Turin, mit denen sich die Bayern vergleichen, würde es so etwas wohl kaum geben. Felix Magath hingegen kann es sich erlauben, der Bundesliga-Niederlage seines FC Bayern beim Hamburger SV positive Seiten abzugewinnen. Jetzt nerve schließlich niemand mehr mit der immergleichen Frage, wann die Rekordserie zu Ende gehe.

Die Serie ist für die Münchner nur ein statistisches Detail auf dem selbstverständlichen Weg zur nationalen Meisterschaft. Das hat der offizielle Psychologie-Experte der Bundesliga, Oliver Kahn, auch für den Laien verständlich erklärt. Durch seine jahrelange intensive Auseinandersetzung mit mentalen Extremsituationen aller Art hat Kahn sofort erkannt, dass die Niederlage die Erwartung von den Bayern genommen hat, alle Spiele ohne Ausnahme gewinnen zu müssen.

Die positive Rekordserie drohte schon in negativen Druck umzuschlagen, der die Münchner bei ihrem eigentlichen Vorhaben beeinträchtigt hätte: dem Gewinn der Champions League. Das ist die Liga, in der es für die Münchner um etwas geht. Dort will der deutsche Rekordmeister den FC Chelsea und die anderen europäischen Spitzenklubs besiegen, dort will er einen Triumph feiern, der in der Vereinsstatistik im Gegensatz zu einer Rekordserie oder dem Meistertitel noch etwas bedeutet. Doch etwas fehlt noch, um so zu sein wie der FC Chelsea: Mourinhos Team verliert gar nicht mehr.

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