Sport : Verlieren und feiern

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Daejeon (dpa). Die US-Amerikaner wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Sie hatten gerade 1:3 (0:2) gegen Polen verloren, wähnten sich schon ausgeschieden und durften doch jubeln. Dank der Unterstützung von Gastgeber Südkorea stehen die USA trotz der Niederlage zum Vorrundenabschluss im Achtelfinale der 17. Fußball-Weltmeisterschaft. Dabei war zuvor fast alles gegen sie gelaufen. Emmanuel Olisadebe gelang nach drei Minuten das schnellste Tor dieser WM zur Führung, zwei Minuten später erhöhte Pawel Kryszalowicz von Eintracht Frankfurt auf 2:0, das dritte Tor gelang dem eingewechselten Marcin Zewlakow. Vor 35 000 Zuschauern in Daejeon gelang Landon Donovan in der 83. Minute das einzige Tor für die Amerikaner. Sie treffen im Achtelfinale am Montag in Jeonju auf Mexiko. Der Sieger dieser Partie spielt im Viertelfinale gegen den Sieger des Duells zwischen Deutschland und Paraguay.

   Bei angenehmen Temperaturen von rund 20 Grad erwischten die Polen, die ihre Startelf nach dem blamablen 0:4 gegen Portugal gleich auf sechs Positionen neu besetzt hatten, einen Start nach Maß. Nach einer Ecke schoss Torjäger Olisadebe aus Nahdistanz zur Führung und zum ersten WM-Endrundentreffer Polens seit 1986 ein. Die Amerikaner hatten den Rückstand noch gar nicht richtig verarbeitet, da legte Pawel Krzynowek für Kryszalowicz auf, und der ließ dem amerikanischen Torhüter Brad Friedel aus Nahdistanz keine Chance.

   Danach hatten sich die Amerikaner gefangen. Sie steckten den Doppelschlag relativ unbeeindruckt weg und versuchten, das Geschehen an sich zu reißen. Mehr als optische Überlegenheit sprang nicht heraus. Die Stürmer konnten die umformierte gegnerische Abwehr, in der die beiden Schalker Profis Tomasz Hajto und Tomasz Waldoch fehlten, nicht in Verlegenheit bringen. Die beste Möglichkeit resultierte kurz vor der Pause noch aus einem Distanzschuss von John O’Brien, der knapp über das Tor strich.

   Zu diesem Zeitpunkt hätte es aber bereits 3:0 stehen können, denn die Polen fühlten sich angesichts des Spielstandes zu gefährlichen Kontern ermutigt. Maciej Zurawski traf nur den linken Pfosten, und hätte Friedel nach 44 Minuten bei einem 25-Meter-Knaller von Krzynowek nicht glänzend reagiert, wäre wohl bereits zur Pause die endgültige Entscheidung gefallen gewesen.  Die besorgte schließlich Zewlakow, der einen Freistoß von Marek Kozminski per Kopf unhaltbar für Friedel ins Netz verlängerte. Zurawski hatte sogar noch das 4:0 auf dem Fuß, aber sein Foulelfmeter wurde von Friedel gehalten. Zuvor hatte der Nürnberger Tony Sanneh den starken Kryszalowicz zu Fall gebracht. In der Schlussphase wurden die Bemühungen der Amerikaner mit dem Treffer von Donovan doch noch belohnt.

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