Verloren in den Abstiegskampf : Braunschweig sucht das Wunder

Die sportliche Diskrepanz zwischen Bundesliga und Liga zwei ist enorm. Jüngstes Opfer dieser Konstellation scheint Eintracht Braunschweig zu werden, stellt unser Autor fest.

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Zu hoch? Braunschweigs Dominick Kumbela hockt nach dem 0:4 in Hamburg Spielende auf dem Rasen.
Zu hoch? Braunschweigs Dominick Kumbela hockt nach dem 0:4 in Hamburg Spielende auf dem Rasen.Foto: dpa

Torsten Lieberknecht hat sich bei genauerer Betrachtung seines Interviews selbst erschrocken. Hat der Trainer von Eintracht Braunschweig jedenfalls gesagt und klang in Anbetracht seiner Wortwahl auch plausibel. Nach dem 0:4 beim Hamburger SV – der vierten Niederlage im vierten Spiel – bediente sich Lieberknecht des Fäkal-Vokabulars. Aus seinem Verhalten lässt sich ableiten, dass mittlerweile auch in Braunschweig ein Gerücht die Runde macht, das für viele bereits vor der Saison Gewissheit war: Damit die Eintracht bei ihrer Bundesliga-Rückkehr nach 28 Jahren tatsächlich die Klasse hält, muss schon ein mittelschweres Wunder geschehen.

Diese neuerliche Beobachtung sagt viel aus über die sportliche Diskrepanz zwischen erster und zweiter Liga, die zuletzt immer größer geworden ist. Fortuna Düsseldorf spielte in der vorletzten Saison die beste Zweitliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte – und stieg nach dem Aufstieg trotzdem direkt wieder ab. Greuther Fürth machte in der vergangenen Saison ähnliche Erfahrungen, die Franken wandelten nach ihrem euphorisch zelebrierten Aufstieg auf den Spuren des erfolglosesten Vereins der Bundesliga-Historie: Tasmania Berlin. Wenn die Fürther ob ihrer Chancenlosigkeit als „Tasmania 2.0“ in Erinnerung bleiben, dann ist Braunschweig auf dem besten Weg, das neueste Update dieser Kategorie zu werden.

Wie weit die Schere zwischen Liga eins und zwei auseinanderklafft, lässt sich im übrigens erneut am Beispiel Fürth erklären. Der Klub steht nach sechs Zweitliga-Spieltagen, man ahnt es bereits, auf Platz eins. Ungeschlagen, versteht sich.

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