Sport : Verloren in Freundschaft

Fürths Trainer Büskens erkennt, dass Schalke zu stark für sein Team ist.

von
Das war zu hoch für Fürth. Schalkes Joel Matip (rechts) und Gegenspieler Eduardo Goncalves de Oliveira. Foto: dpa
Das war zu hoch für Fürth. Schalkes Joel Matip (rechts) und Gegenspieler Eduardo Goncalves de Oliveira. Foto: dpaFoto: dpa

Als Mike Büskens so ziemlich jeden Spieler des FC Schalke 04 nach dem Schlusspfiff verabschiedet hatte, musste er erst einmal durchatmen. Bei aller Wiedersehensfreude mit den alten Kollegen überwog die Enttäuschung nach dem 0:2 seiner Mannschaft. „Wir haben sehr leidenschaftlich gespielt. Aber die Schalker sind gnadenlos, wenn sie eine Chance haben. Da müssen wir als Aufsteiger auch mal Lehrgeld zahlen“,sagte der Trainer der Spielvereinigung Greuther Fürth.

Die Mannschaft von Huub Stevens war am Samstagabend tatsächlich eine Nummer zu groß für die Franken. Auch der Besuch des ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger konnte dem Aufsteiger nicht helfen. Kissinger hatte sich vor der Partie bei den Fürthern in der Mannschaftskabine vorgestellt und wollte den jungen Spielern Mut zusprechen. Dieser hohe Besuch schien auch gut 20 Minuten lang seine Wirkung zu entfalten. Die Fürther spielten aggressiv und setzen die Schalker unter Druck – ohne sie aber ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Die Schalker waren lange Zeit offenbar eher daran interessiert, überall dort Kräfte einzusparen, wo es nur ging. Sie haben bis Weihnachten einen Zeitraum vor sich, in denen sie regelmäßig drei Partien in einer Woche absolvieren müssen. Entsprechend routiniert gingen sie zu Werke. „Die Fürther haben uns alles abverlangt. Wir hätten den Sieg schon früher perfekt machen sollen, dann hätten wir auch mehr Ruhe gehabt“, sagte Trainer Huub Stevens. Gleich vier gute Chancen spielte sich seine Mannschaft in der ersten Hälfte, auch dank des starken Ibrahim Afellay bei dessen Debüt von Beginn an, trotz aller Zurückhaltung heraus. Doch vor allem Angreifer Klaas-Jan Huntelaar zeigte sich ungewohnt leichtfertig bei der Chancenverwertung.

Besser machte es dann Julian Draxler, der drei Minuten nach dem Wiederanpfiff mit einem Distanzschuss die Führung erzielte. Dieser Treffer war so etwas wie die Vorentscheidung, weil sich die Fürther von diesem Rückstand nicht mehr erholten. Sie versuchten es, auch angetrieben von den 18 000 Zuschauern im engen Fürther Stadion, immer wieder mit vollem Körpereinsatz und einigen guten Kombinationsansätzen, doch eine nennenswerte Tormöglichkeit spielten sie sich nicht mehr heraus. Dafür trafen die Schalker noch einmal. Lewis Holtby vollendete einen Konter zwei Minuten vor dem Ende zum 2:0 und damit zum verdienten Sieg. „Es war nicht damit zu rechnen, dass wir gegen diese beiden Heimgegner besser dastehen“, sagte Büskens mit ernster Miene. Huub Stevens schaute dagegen ganz entspannt in die Runde. Und sein Treffen mit Mike Büskens, der einst unter ihm bei Schalke gespielt hatte und er gemeinsam mit dem jetzigen Fürther den Uefa-Pokal sowie den DFB-Pokal gewonnen hatte, fand er „nichts Besonderes. Er war mal Spieler bei mir. Jetzt ist er ein Kollege und Trainer“, sagte Stevens. „Und am Ende steht die Freundschaft.“ Damit war an diesem Abend alles gesagt.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar