Sport : Verlorene Heimat

Warum die Hertha-Fans heute im falschen Stadion sitzen

André Görke

London. Craven Cottage muss ein wunderbarer Ort sein: Das Fußballstadion des FC Fulham liegt im Westen Londons, gleich neben der Themse. „In London gibt es kein schöneres Fußballstadion, und keines, das älter ist als Craven Cottage“, sagt Fulham-Fan Neil Hurden. Wenn Hertha jedoch in London antritt, dann findet das Spiel an der Loftus Road statt, im Stadion der Queens Park Rangers.

Die Fulham-Fans sind deshalb verärgert. „Die Loftus Road ist nicht unsere Heimat“, sagt Hurden. „Fulham ist ein traditioneller Verein, unsere Fans kommen aus diesem Bezirk.“ Das Stadion Craven Cottage in Fulham wird derzeit aber saniert. Die Tribüne ist alt, aus Holz. Es fehlen Sicherheitsstandards, Sitzplätze etwa – und die sind Pflicht bei internationalen Spielen. Dabei habe man keine Angst vor Auschreitungen, lässt die Berliner Polizei mitteilen. „Fulham hat keine Hooligans. Es gäbe somit keinen Gegner für die Deutschen.“ Fünf Fan-Busse reisen aus Berlin an, ein weiterer aus Karlsruhe. Mit den Anhängern des KSC sind die Hertha-Fans befreundet. Die meisten aber werden nach London fliegen. 800 Karten hat Hertha verkauft, mit „bis zu 1000 Hertha-Fans“ rechnet die Polizei, darunter etwa 100 Personen, die als „bedingt gewaltbereit“ gelten – unter Alkoholeinfluss etwa. Die „Ermittlungsgruppe Hooligan“ der Berliner Polizei wird vor Ort sein.

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