Sport : Verlorene Zeit

Eisbären unterliegen Düsseldorf in der DEL 3:4 nach Penaltys

Claus Vetter

Berlin. Mit der Technik war es gestern Abend im Sportforum Hohenschönhausen nicht so weit her. Die Herren von der Zeitnahme mussten sich beim Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Eisbären und der Düsseldorfer EG mit Defekten an der Anzeigetafel herumplagen. Das passte zum Geschehen auf dem Eis: Dort folgte gelungenen Phasen immer wieder Belangloses. Zumindest Düsseldorf störte das wenig, denn die Berliner verloren 3:4 (1:2, 2:0, 0:1/ 0:1) nach Penaltyschießen.

19 Sekunden waren gespielt, da lenkte sich Düsseldorfs Torhüter Andrej Trefilow einen von Sven Felski parallel zur Torlinie abgefeuerten Schuss ins eigene Tor. Nach dem furiosen Auftakt bot Berlin mitreißendes Eishockey, das aber nach fünf Minuten und 33 Sekunden jäh gestoppt wurde: Die Stadionuhr streikte, eine Unterbrechung folgte.

Dies war wohl der Moment, auf den Walter Köberle gewartet hatte. Nun konnte der Düsseldorfer Assistenzcoach seine Nützlichkeit beweisen. Sein Chef Michael Komma beorderte ihn von der Spielerbank auf die andere Seite der Eisfläche. Dort musste er den Herren von der Zeitnahme über die Schulter schauen. Für den Rest des ersten Drittels wurde nämlich mit der Hand gestoppt, was den Eisbären offensichtlich nicht entgegenkam. Die Düsseldorfer nutzten zwei Strafzeiten der Berliner zu Toren in der 7. und 10. Minute – handgestoppte Zeit, versteht sich: Quintin und Christian trafen.

Dank des hervorragenden Oliver Jonas im Tor retteten sich die Eisbären ohne weiteren Schaden ins Mitteldrittel. Als die Berliner mal in Überzahl waren, bugsierte Rob Shearer nach 32 Minuten den Puck ins Düsseldorfer Tor. 23 Sekunden vor der zweiten Pause gelang David Roberts gar das 3:2 für die Eisbären. Nur zwei Minuten nach Beginn des Schlussdrittels aber erzielte Eisenhut gegen die vor dem eigenen Tor schlampig agierenden Berliner schon den Ausgleich. 18 Minuten später kam es zum Penaltyschießen – für die Eisbären eine gewohnte Prozedur. In sechs von sieben Spielen zuvor hatten sie sich darin üben dürfen. Offensichtlich hat das nicht geholfen, denn Daniel Kreutzer verwandelte den entscheidenden Penalty zum Düsseldorfer Sieg.

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