Sport : Verpatzte Reifenprüfung

Hartmut Moheit

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Es ist ein Glück, dass Ralf Schumacher nichts zugestoßen ist. Zum zweiten Mal nach 2004 war der ToyotaPilot beim Training auf dem Grand-Prix-Kurs in Indianapolis verunglückt. Nicht der Deutsche war schuld, die Reifen von Michelin hatten auf dem aufgerauten Pistenbelag der Fliehkraft und dem Druck in der Steilkurve nicht standgehalten.

Bis zum Rennen konnte der französische Ausrüster von sieben Teams der Formel 1 nicht garantieren, dass seine Reifen eine Renndistanz durchstehen. Bei Bridgestone gab es diese Probleme nicht. Doch die Gesundheit der Fahrer sollte für alle das oberste Gebot sein. Eine gemeinsame Lösung wäre nötig gewesen. Doch der Vorschlag, eine Schikane zur Temporeduzierung in Kurve 13 einzubauen, wurde abgelehnt. Der Weltverband Fia und Ferrari waren dagegen. Fia-Präsident Max Mosley pochte auf die Regeln, und Ferrarri sah offenbar die Chance, billig an alte Erfolge anschließen zu können.

Auch Michael Schumacher wollte den Kompromiss nicht. Ob er gestartet wäre, wenn seinem Bruder Ralf etwas Ernstes passiert wäre? Wieder einmal hat es der siebenmalige Weltmeister versäumt, Kraft seines großen Namens etwas im Sinne der sportlichen Fairness zu tun. Auf die zehn WM-Punkte braucht er sich nichts einzubilden – Ferrari und Schumacher sind die Verlierer des Tages.

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