Sport : Verschärfte Tonlage

Bayer 04 zwischen Europacup-Aus und Trainerfrage

Villarreal - Nach dem Europacup-Aus wächst bei Bayer Leverkusen die Anspannung. Gegen den FC Schalke 04 will der Tabellenzweite am Sonntag (15.30 Uhr) ein Abrutschen in der Tabelle vermeiden. „Ich hoffe, dass wir in der Bundesliga genauso gefestigt auftreten, wie es zuletzt der Fall war“, sagte Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes nach dem 1:2 im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag beim FC Villarreal. Der 65-Jährige will nach der Schalke-Partie das Rätselraten beenden, ob er zu Bayern München geht oder bleibt.

„Entweder er nimmt das Angebot an oder er lässt es“, sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schroff zur Personalie Heynckes. Das monatelange Hickhack um die Vertragsverlängerung hat die Tonlage verschärft und Unruhe geschürt. Vereinsboss Holzhäuser versuchte mit Verweis auf das Entlassungs-Theater um Trainer Felix Magath bei Schalke die eigenen Probleme kleinzureden: „Da sieht man mal, wie ruhig es bei uns zugeht.“ Ebenfalls gespannt ist das Verhältnis des Trainers Heynckes zu seinem Mittelfeldstar Michael Ballack.

Überraschend musste Ballack auf der Bank Platz nehmen und wurde erst in der 53. Minute eingewechselt. Dabei hatte Bayer kürzlich noch verkündet, Ballack sei es gewohnt, von Anfang an zu spielen. „Dass er kein Einwechselspieler ist, hat niemand gesagt“, erklärte Heynckes nun. Dies habe nur für den Zeitpunkt gegolten, als Ballack einen Fitness-Rückstand hatte. „Er hat sich doch heute ganz gut eingefügt“, meinte der Coach. „In der zweiten Halbzeit hat man doch gesehen, dass er auch ein Einwechselspieler ist.“

Kapitän Simon Rolfes gab sich nach der Niederlage in Villarreal optimistisch: „Wir haben eine stabile Mannschaft und jedes Mal gezeigt, dass wir nach einer Niederlage eindrucksvoll zurückgekommen sind.“ Das starke Villarreal beendete den Glauben an ein Wunder durch die Tore von Santi Cazorla (33.) und Giuseppe Rossi (61.). Da war der Eigentor-Patzer von Gonzalo (82.) nur eine Marginalie. „Nach dem ersten Spiel waren wir sehr enttäuscht. Heute hält sich das sehr in Grenzen, weil Villarreal die bessere Mannschaft war“, meinte Heynckes.

Mit Blick auf das kommende Spiel gegen Schalke meinte der Trainer: „Wir haben einen komfortablen Vorsprung auf Platz drei und vier, den wollen wir verteidigen.“ dpa

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