Sport : Verschlankung auf Kufen

Das deutsche Eisschnelllaufen bekommt neue und weniger Bundestrainer

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Berlin - Anni Friesingers Trainer Markus Eicher soll künftig als verantwortlicher Bundestrainer Deutschlands Eisschnellläuferinnen zu neuen Siegen führen. Als zuständiger Trainer für die Männer wurde der 38-jährige Niederländer Bart Schouten benannt. Dies teilte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) gestern mit. Mit dem 66-jährigen Joachim Franke, dem Coach der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein, wurde eine Honorar-Vereinbarung bis zum Jahr 2008 getroffen. Der bisherige Cheftrainer Helmut Kraus ist seiner Verantwortung enthoben, für ihn war in der neuen Struktur kein Platz mehr.

„Ich freue mich über die Herausforderung, die jetzt auf mich zukommt“, sagte Markus Eicher, der nach überstandener Knie-Operation an einem neuen Trainingskonzept feilt. „Wichtig wird sein, so schnell wie möglich mit Bart Schouten Absprachen zu treffen, wie wir das Training intensivieren können“, sagte Eicher. Künftig wird es im gesamten DESG-Bereich (inklusive Shorttrack) nur noch sechs statt zwölf Bundestrainer geben. Es geht um eine „effektive Strukturverschlankung“, sagte Sportdirektor Günter Schumacher. „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um auch alle anderen Trainer weiter an Bord zu halten.“ Die meisten bisherigen Bundestrainer werden künftig an den Stützpunkten tätig sein.

Überraschend für viele kam die Wahl von Schouten, der zuletzt Superstar Chad Hedrick (USA) zum Olympiasieg führte und zuvor auch als Heimtrainer von Sprint-Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt tätig war. „Die Wahl von Bart Schouten hat mich etwas überrascht, aber nicht negativ. Er ist vom Klima in der DESG unberührt und in diesem Sinne eine neutraler Mann, das wird ein großer Vorteil sein“, sagte Eicher.

Schouten hofft, die deutschen Männer aus dem Tal führen zu können. Er will die deutschen Männer bis 2010 an die internationale Spitze heranführen. „Die Talente sind da, man muss mit ihnen hart und gut arbeiten“, sagte er.

Joachim Franke freut sich, dass eine Kompromiss-Lösung zur Betreuung von Claudia Pechstein gefunden wurde. „Ich denke dabei aber nicht an Vancouver, sondern plane zunächst bis zur WM in Berlin 2008. Wir sind uns grundsätzlich einig, dass ein Honorarvertrag eine gute Basis ist, über die Details werden wir aber noch sprechen.“ dpa

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