Sport : Verschnupfte Optimistin muß dem Haupttsponsor zuliebe an den Start

Helen Ruwald

Verschnupft, im dicken roten Wollpulli und schwarzer Windjacke sitzt Franziska van Almsick vor Fernsehkameras und Aufnahmegeräten, dreht den schweren Kopf hin und her, legt die Hände vors Gesicht. "Mir geht es nicht ganz gut", sagt sie knapp. Gerd Heydn, Pressechef der Kommunikations GmbH cosmos-pps, wird deutlicher: "Franziska hatte heute morgen über 39 Grad Fieber, sie hat gleich einen Arzttermin." Die Schwimmerin gehört dringend ins Bett - eigentlich. Aber ihr Hauptsponsor stellt den hochkarätig besetzten Kurzbahn-Weltcup "Arena Worldcup Berlin 2000" vor, der am 5./6. Februar erstmals in Berlin stattfindet, in der hochgelobten neuen Schwimmhalle an der Landsberger Allee. Da will (oder darf?) van Almsick nicht fehlen.

Krank, wie sie ist, redet sie über ihre Zukunft, wenige Tage nach dem Vorlauf-Aus über ihre Paradedisziplin 200 Meter Freistil bei der Kurzbahn-EM in Lissabon. Noch professioneller will sie werden, um 2000 - "meinem wichtigsten Jahr" - bei den Olympischen Spielen wieder Höchstleistungen zu bringen. "Ich habe seit meinem Motorradunfall vor zweieinhalb Jahren große Fortschritte gemacht und bin zuversichtlich. Aber ich bin nicht mehr die, die ich mal war. Die Zeiten, wo ich mit Medaillen behängt von Wettkämpfen zurück komme, sind vorbei." Obwohl sie die Kurzbahn "schrecklich" findet und nicht an der WM in Athen im März teilnimmt, will sie beim ersten Weltcup in ihrer Heimatstadt antreten, "das war so viele Jahre nicht möglich". Passen muss sie aber voraussichtlich beim Weihnachtsschwimmfest des SC Berlin an diesem Wochenende. Bei aller Motivation - da streikt der Körper.

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