Sport : Verschworen verloren

Markus Hesselmann

glaubt nicht alles, was er von Fußball-Managern hört Uli Hoeneß nimmt gern das Große und Ganze in den Blick: „Genauso wie das gesamte Land befindet sich auch unsere Nationalelf in einem katastrophalen Zustand“, sagte der Manager des FC Bayern München im „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks. Die Nationalelf müsse endlich eine „verschworene Gemeinschaft“ sein. Die einzige Chance der Deutschen bei der WM sei, mit einem eingespielten Team anzutreten. Jürgen Klinsmann solle das Experimentieren sofort beenden. Ein Blick nach England, wo die Nationalmannschaft im Moment ähnlich schlecht Fußball spielt wie die deutsche, hilft vielleicht, solch große Worte etwas zu relativieren: Dort wurde Trainer Sven-Göran Eriksson immer wieder dafür kritisiert, dass er eine „Comfort Zone“ für seine Spieler schaffe, zu wenig wechsle, zu wenig experimentiere. Ähnliches bekäme Klinsmann sicher auch zu hören, wenn er schon jetzt, acht Monate vor der WM, immer dieselbe Mannschaft auflaufen ließe und schwer verschworen mit ihr verlöre.

Bayerns Trainer Felix Magath beweist derweil Mut zum Widerspruch: „Wir müssen nicht alles schwarz malen“, sagte er am Tag, an dem Uli Hoeneß im „Blickpunkt Sport“-Studio saß. Magath spricht von einem „normalen Tief“ der Mannschaft und kann keine Katastrophe erkennen, nirgends. Auch unter Bayern ist die verschworene Gemeinschaft zum Glück nicht alles.

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