Sport : Versprochen ist versprochen

Barcelona bekam Beckham nicht – dafür kommt jetzt Ronaldinho

Mathias Klappenbach

Vier Wochen vor der Wahl des neuen Präsidenten vom FC Barcelona lag Joan Laporta aussichtslos zurück. Dann stellte der 40-jährige Rechtsanwalt die Verpflichtung von David Beckham in Aussicht. Laporta wurde mit so vielen Stimmen wie kein Präsident vor ihm gewählt, doch Beckham ging zum Erzrivalen Real Madrid. Die Weltmarke Beckham muss in der Champions League präsentiert werden, der ruhmreiche FC Barcelona hatte sich nach einer chaotischen Saison aber gerademal so für den Uefa-Cup qualifiziert.

Trotzdem ist Laporta jetzt ein großer Coup gelungen. Er gewann das Wettrennen um den Brasilianer Ronaldinho, an dem auch Manchester United und Madrid interessiert waren. Real wollte Ronaldinho allerdings erst 2004. Bis dahin möchte Barcelona, das in den vergangenen drei Jahren keine Trophäe gewinnen konnte, wieder ein ernsthafter Konkurrent für den Marktführer aus Madrid sein. Paris St. Germain bekommt 25 Millionen Euro Ablösesumme für den Spielmacher, je nach Barcelonas Abschneiden in der kommenden Saison können noch fünf Millionen dazukommen. Der 23-jährige Weltmeister erhält einen Fünfjahresvertrag, sein Gehalt liegt bei vier Millionen Euro pro Saison. Wie der mit knapp 200 Millionen Euro verschuldete Verein den Transfer bezahlen kann, bleibt unklar. Die Summe wird in bar fällig, ein im internationalen Fußball übliches Verrechnungsgeschäft mit anderen Spielern lehnte St. Germain ab. Barcelona wollte einen Teil der Transfersumme mit dem Argentinier Juan Riquelme abgelten, weil die Spanier mit Ronaldinho jetzt sechs Ausländer aus Nicht-EU-Staaten in ihrem Kader haben, nur vier davon dürfen spielen.

Präsident Laporta hat mit der Verpflichtung des türkischen Nationaltorwarts Rüstü Receber bewiesen, dass er und der neue Trainer Frank Rijkaard auch sportlich sinnvoll handeln. Wenn man Real einen Star wegschnappen kann, wird in Barcelona sowieso nicht gezögert, außerdem braucht das schwächelnde Mittelfeld dringend Verstärkung. Doch Ronaldinhos Verpflichtung ist vor allem eine für die Fans, ein Symbol für unbekümmerte, stürmische Offensive und das Ende der erfolglosen Jahre.

Ronaldinho ist sicher der spektakulärste Dribbelkünstler auf der europäischen Fußballbühne. Im Gegensatz zu David Beckham, der vor allem als Model vermarktet wird, gilt er als die perfekte Version des Straßenfußballers. In einem Nike-Werbespot zeigt ein animiertes Strichmännchen den erstaunten Freestyle-Tricksern auf der Straße, was im Hip-Hop-Takt mit dem Ball so alles möglich ist. Doch dann erscheint ein Mensch, der mit der fremden Übermacht mithalten kann: Ronaldinho.

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