Sport : Verstärkung für die Eisbären: Der Kanadier Jarrett soll helfen

Claus Vetter

Berlin - Es gibt Sportler, die daran scheitern, dass ihnen zu viel Zukunft vorausgesagt wird. Patrick Jarrett fiel bisher in diese Kategorie. Denn was über den 21 Jahre alten Eishockey-Profi gesagt und geschrieben wurde, war viel versprechend. Mit 16 war Jarrett der Nachwuchsspieler Kanadas überhaupt – Journalisten hatten ihn zur „kommenden Führungsfigur“ gekürt. Als erster Spieler seines Jahrgangs wurde Jarrett im „Draft“ an den Klub gebracht: Die Mississauga Ice Dogs aus der Ontario Hockey League (OHL) sicherten sich die Rechte an dem jungen Center.

Fünf Jahre später ist der Mann mit dem Riesentalent in Hohenschönhausen, zum Probetraining. Die Eisbären wollen ihm einen Vertrag geben, Montag soll es so weit sein. Trainer Pierre Pagé hat einen Profi erkannt, „der sehr hart arbeitet und besser werden will“. Das schmeichelt Jarrett, obwohl er sich früher nicht vorstellen konnte, dass er mal auf ein Angebot aus der Deutschen Eishockey-Liga hoffen würde. „Ich will in die NHL“, sagt er, „daran hat sich nichts geändert.“ Die nordamerikanische Profiliga wollte ihn auch. 2002 sicherten sich die Nashville Predators die Rechte an ihm. Doch Klub und Spieler konnten sich nicht einigen, 2004 war er noch einmal im NHL-Draft im Angebot. Da wollte ihn dann kein Team mehr.

Jarrett spielte weiter in der unterklassigen OHL, während etwa Rick Nash, sein Angriffspartner aus dem Auswahlteam Ontarios, in der NHL Karriere machte. Jarrett hatte die Erwartungen erfüllt, aber nicht übertroffen. Das reichte nicht für die NHL. Schon 2002 zweifelte eine kanadische Zeitung an seinen Fähigkeiten. Jarrett habe zwar viel Talent, sei aber zu klein. Doch: „Mississauga ist der am schlechtesten organisierte Klub im Eishockey. Wenn ihn das nicht fertig macht, sollte er für sein Durchhaltevermögen belohnt werden.“ Zunächst mit einem Vertrag bei den Eisbären, danach vielleicht mit internationalen Einsätzen. Jarrett gehört zu den Kandidaten für das Team Canada für den Deutschland-Cup im November.

Vielleicht findet Jarrett ja über den Umweg Europa doch noch in die NHL. Eisbären-Trainer Pagé glaubt, dass es möglich ist: „Er ist ein Spätzünder und hat seine Karriere noch vor sich.“

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