Sport : Verstärkung nur für die Bank

Der 1. FC Union verliert mit 0:3 gegen den FC Hansa Rostock

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Von Karsten Doneck

Berlin. Georgi Wassilew rang nach deutschem Vokabular. Damit hat der sympathische Bulgare mitunter seine Probleme. Gerade wenn er sich ärgert, steigert er sich schon mal in ein Kauderwelsch. Und nach dem 0:3 (0:2) im Testspiel gegen Hansa Rostock vor 3996 Zuschauern an der Alten Försterei ärgerte sich der Trainer des 1. FC Union tatsächlich. „Unsere Maschinen sind wieder gebrochen“, teilte Wassilew nach dem Schlusspfiff mit, und bei seinen weiteren Erläuterungen wurde erst allmählich deutlich, was er da gemeint haben könnte. Als nach 23 Minuten nach einer Unaufmerksamkeit von Jiri Balcarek der Gast aus Rostock durch Rade Prica mit 1:0 in Führung ging, waren bei Union nämlich alle guten Vorsätze dahin, und in die Arbeit auf dem Rasen schlichen sich heftige Fehler ein. Die Rostocker, solide spielend, erhöhten durch Rydlewicz (37.) und Vorbeck (90.) fast mühelos, und für Union war die Generalprobe für den Zweitligaauftakt am kommenden Sonnabend gegen Mainz 05 verpatzt.

Für Wassilew Grund genug, noch einmal seine bekannte und beim Präsidium nicht gerade beliebte These zu untermauern. „Unsere neuen Spieler sind nicht besser als die, die wir haben“, erklärte der Trainer erneut. Und fügte mit Nachdruck hinzu: „Ich sage da die Wahrheit.“ Es hätte dieser Worte gar nicht mehr bedurft. Ein Blick auf Unions anfängliche Mannschaftsaufstellung verriet allein schon, welche Wertschätzung Wassilew den Neuen entgegenbringt. Backhaus, Sandmann, Molata und El Akchaoui saßen allesamt erst mal auf der Bank. Auf dem Rasen kämpften die, die schon in der vorigen Saison die Knochen hingehalten hatten.

Mit einer Ausnahme: Salif Keita, gerade erst ablösefrei von Hannover 96 verpflichtet, sollte schon mal eine Halbzeit lang beweisen, dass er „keineswegs als Notlösung für den Angriff“ verpflichtet worden ist, wie Präsident Heiner Bertram versicherte. Überzeugen konnte Keita aber nicht. Zumindest Wassilew zeigt dafür Verständnis. „Er hat noch nicht so lange trainiert und auch unsere Vorbereitung verpasst, da kann man noch nicht mehr erwarten“, sagte er.

Nach der Pause schickte Georgi Wassilew für Keita den zum Probetraining zu Union gekommenen Uche Igwe aufs Feld. Als der Mann von den Amateuren des VfL Wolfsburg nach 66 Minuten aus viel versprechender Position den Ball kläglich rund eineinhalb Meter über das Hansa-Tor säbelte, schien seine Heimfahrt besiegelt. Doch Wassilew ist so schnell dann doch nicht zu enttäuschen. „Ich muss noch überlegen“, beschied er alle Anfragen bezüglich Igwes Zukunft bei Union ganz diplomatisch.

Im Angriff brachten die Köpenicker gegen Rostock wenig zustande. Zumal Sreto Ristic fehlte. Der hatte sich gründlich den Magen verdorben. Verlass war wenigstens auf Sven Beuckert. Der baumlange Torwart war überaus konzentriert, wehrte ein paar schwierige Bälle ab und war wohl der Beste bei Union. Und ausgerechnet über Beuckert wird diskutiert. Er soll aufgrund der derzeitigen Leistungen von Ersatztorhüter Robert Wulnikowski auf der Kippe stehen. Kaum zu glauben.

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