Sport : Verteidiger gesucht

Eisbären-Coach Pagé fordert Verstärkung

Til Knipper

Berlin - Am S-Bahnhof Landsberger Allee, auf dem Weg zum EHC Eisbären, sieht man zurzeit Plakate mit dem Slogan „Der Ruf des Meisters“. Es ist aber nicht der Deutsche Eishockey-Meister der vergangenen zwei Jahre, der da ruft, sondern ein fernöstlicher Guru, der auf sich aufmerksam machen will. Ob mit Erfolg, ist nicht bekannt.

Vergeblich ruft auf jeden Fall Eisbären-Trainer Pierre Pagé seit Saisonbeginn nach der Verpflichtung erfahrener Verteidiger nach den Abgängen von Derrick Walser, Micki DuPont und Rob Leask. Drei Niederlagen hintereinander und 28 Gegentore in sieben Spielen scheinen ihm Recht zu geben. „Bei uns stimmt die Mischung nicht. Junge Stürmer und junge Torhüter sind kein Problem, aber gepaart mit fast nur jungen Verteidigern gewinnt man keine Meisterschaften“, sagt Pagé.

Manager Peter John Lee widerspricht gar nicht: „Es sind im Moment aber keine Verteidiger auf dem Markt, die uns sofort weiterhelfen könnten.“ Er habe allerdings gehofft, dass die jungen Verteidiger in ihrer Entwicklung schon weiter seien. „Das Problem sind nicht nur die jungen Spieler. Die ganze Mannschaft muss sich verbessern.“

Das weiß auch Pierre Pagé. „Ich muss mit den Leuten arbeiten, die da sind. Aber als Trainer muss ich auch gewinnen.“ Niemand sei in Berlin zufrieden, wenn sich die jungen Spieler zwar verbessern, die Mannschaft aber verliert. „Unser Ziel, deutsche Stars zu formen, erreichen wir nur, wenn wir um den Titel mitspielen.“ Daher überlegt Pagé, zur Verstärkung der Defensive einige der älteren Stürmer nach hinten zu beordern. Diesbezüglich kommt ihm die Niederlagenserie wohl gar nicht so ungelegen. „Wir haben das im Training probiert, doch die Spieler waren nicht begeistert. Wenn sie wirklich gewinnen wollen, ist ihre Bereitschaft vielleicht jetzt etwas größer“, sagt Pagé. Ansonsten will er andere reden lassen. Denn er erkläre alles schon seit sechs Wochen, „aber bisher hat das niemanden interessiert“.

Nur eine Bitte hat er noch. „Wenn keine Topverteidiger auf dem Markt sind, soll man zumindest die Ausländerplätze in der Oberligamannschaft besetzen“, sagt Pagé. So könnten die jungen Talente in der dritten Liga lernen, unter Druck zu gewinnen. „Mit dieser Mentalität helfen sie uns auch schneller in der DEL.“ Vielleicht wird ja dieser Ruf Pagés erhört.

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