Verteidiger John-Anthony Brooks : Herthas Unverzichtbarer

John-Anthony Brooks hat sich bei Hertha BSC mit starken Leistungen einen Stammplatz erkämpft. Jetzt darf der Innenverteidiger sogar auf einen Platz im deutschen Kader für die U-21-EM in Israel hoffen.

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Tolle Anlagen. John-Anthony Brooks ist Herthas Entdeckung der Hinrunde.
Tolle Anlagen. John-Anthony Brooks ist Herthas Entdeckung der Hinrunde.Foto: City-Press

Für John-Anthony Brooks hat sich die Situation im Trainingslager von Hertha BSC deutlich verschlechtert. Vor einem Jahr hatte er in Belek noch ein Zimmer mit Meerblick, diesmal ist ihm die Aussicht aufs Wasser versperrt. Abgesehen davon aber hat sich für den Innenverteidiger des Berliner Fußball-Zweitligisten so ziemlich alles zum Positiven gewendet, seitdem er im Januar 2012 zum ersten Mal ein komplettes Trainingslager mit den Profis mitgemacht hat. Sein Status bei Hertha hat im vergangenen halben Jahr ein üppiges Upgrade erfahren. 

Brooks sitzt in einem roten Plüschsessel in der Hotellobby. Er hat die Arme vor der Brust gekreuzt und sich mit den Händen an den Bizeps gepackt. „Ob ich einen anderen Status habe?“ Er überlegt. „Ich weiß nicht.“ Interviews mit der Presse. Für John-Anthony Brooks, der am Montag 20 wird, ist das immer noch ungewohnt. Er wirkt schüchtern, fast ein bisschen unsicher. Aber für sein Alter ist das weder ungewöhnlich noch ehrenrührig. Und auf dem Fußballplatz hat der U-20-Nationalspieler zuletzt sowieso einen ganz anderen Eindruck hinterlassen: einen sehr erwachsenen. „Die Konstanz in seinen Leistungen ist nicht selbstverständlich für einen Jungen in seinem Alter“, sagt sein Trainer Jos Luhukay. 

Vor einem Jahr war Brooks noch der unbekannte Verteidiger aus der U 23, der zusammen mit Jerome Kiesewetter und Abu Bakarr Kargbo im Wintertrainingslager mal bei den Profis reinschnuppern durfte. „Wir waren mehr oder weniger Trainingsgäste, die in der zweiten Mannschaft herausgestochen sind und hier zeigen sollten, wie weit sie schon sind.“ Gute Ansätze waren bei Brooks damals schon zu erkennen, zum Einsatz kam er in der Rückrunde der Abstiegssaison trotzdem nicht. Das hat sich erst unter Jos Luhukay geändert. „Für uns junge Spieler kann es gar keinen besseren Trainer geben“, sagt Brooks. „Er gibt uns wertvolle Tipps und schenkt uns Vertrauen.“ 

Wer weiß, wo Brooks ohne das Urvertrauen seines Trainers heute wäre? Wieder in der U 23, wie Kiesewetter beim VfB Stuttgart? Oder Kargbo in Leverkusen? In der Hinrunde gab es eine Situation, in der Brooks’ Karriere leicht auf die schiefe Bahn hätte geraten können. Am zweiten Spieltag, beim FSV Frankfurt, misslang ihm eine Rückgabe, Torhüter Sascha Burchert versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war, riss den Frankfurter Stürmer um – und sah die Rote Karte. In Unterzahl kippte das Spiel, Hertha verlor. „Bei einem anderen Trainer hätte das für einen jungen Spieler schon der Genickbruch sein können“, sagt Brooks. Luhukay aber setzte weiter auf ihn, vielleicht auch ein bisschen aus der Not, weil einige gestandene Abwehrspieler fehlten. Und der junge Bursche machte seine Sache hervorragend. Seit dem neunten Spieltag hat er nur einmal nicht in der Startelf gestanden.

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