Sport : Verteidigung ist der beste Angriff Albas Erfolg beruht auf einer starken Defensive

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Rod Nealy schüttelte entnervt den Kopf. Da war der Würzburger mit einer Körpertäuschung schon an seinem Berliner Gegenspieler Tanel Tein vorbeigezogen, und dann verlor er doch noch den Ball. Teins Teamkollege Michael Wright kreuzte plötzlich Nealys Laufweg und riss ihm den Ball aus den Händen.

Szenen wie diese aus dem erfolgreichen Basketball-Bundesligaspiel am Samstag gegen Würzburg sind bei Alba Berlin in dieser Saison keine Seltenheit: Die Gegner verzweifeln häufig an der aufmerksamen Verteidigungsarbeit der Berliner. Sie ist die bislang größte Konstante in Albas Spiel. In den 16 absolvierten Spielen konnte nur eine Mannschaft mehr als 90 Punkte gegen Alba erzielen. Gravelines Dünkirchen schaffte 92 Punkte in einem Spiel mit Verlängerung; die Berliner besiegten den französischen Vizemeister trotzdem.

„Wir haben bei der Zusammenstellung unseres Teams für diese Saison sehr auf die Defensivqualitäten der Spieler geachtet. Einsatzwille und Kampfbereitschaft waren uns sehr wichtig“, sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi. Vor allem in den vergangenen drei Wochen hätte sich das bemerkbar gemacht. Durch eine in der Mannschaft kursierende Grippe fielen die Leistungsträger reihenweise aus. In der Offensive fanden die Berliner deshalb nicht den gewohnten Rythmus. Dank der starken Verteidigung konnten dennoch vier der letzten sechs Spiele gewonnen werden.

Ausgerechnet der stärkste Verteidiger der Berliner ist beim wichtigen Uleb-Cup-Spiel heute bei Buducnost Podgorica (20.30 Uhr, live auf TV Berlin) aber nicht dabei: Matej Mamic hat die Grippe immer noch nicht vollständig überwunden und musste in Berlin bleiben. Der 29-Jährige wurde in der vergangenen Saison bei Cibona Zagreb zum besten Verteidiger der kroatischen Liga gewählt. Dafür sind alle anderen Spieler wieder dabei. Deshalb ist Baldi vor dem Spiel gegen die zu Hause im Uleb-Cup bislang ungeschlagenen Montenegriner zuversichtlich: „Durch die vielen jungen Spieler sind die zwar schwer zu berechnen, aber unsere Routine wird sich durchsetzen.“

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