Vertrag als neuer Trainer bis 2019 : Dieter Hecking soll Gladbach Beine machen

Bei Borussia Mönchengladbach hat Dieter Hecking noch selbst gespielt. Jetzt übernimmt er dort den Trainerposten und folgt auf André Schubert.

Hat gut lächeln. Dieter Hecking beginnt im Januar seine Arbeit bei seinem früheren Verein.
Hat gut lächeln. Dieter Hecking beginnt im Januar seine Arbeit bei seinem früheren Verein.Foto: dpa

Bei der Suche nach einem neuen Trainer hat sich Borussia Mönchengladbach für Routine und Stallgeruch entschieden. Nur einen Tag nach der Trennung von André Schubert hat der Klub die Verpflichtung von Dieter Hecking bekanntgegeben. Der 52 Jahre alte Coach, der im Oktober beim VfL Wolfsburg entlassen worden war, erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Hecking soll am 4. Januar offiziell vor dem Trainingsauftakt vorgestellt werden und dann sein neues Team im Trainingslager im spanischen Marbella auf die zweite Serie in der Fußball-Bundesliga vorbereiten.

„Nach der Entwicklung der letzten Wochen wollen wir mit einem neuen Trainer einen neuen Impuls setzen. Dafür ist Dieter Hecking genau der richtige Mann, ein Trainer mit viel Erfahrung, der auf unterschiedlichem Niveau mit verschiedenen Vereinen sehr erfolgreich gearbeitet hat“, sagte Borussia-Sportdirektor Max Eberl. Er hat damit einen Nachfolger für Schubert gefunden, der genau dem Anforderungsprofil des Vereins entspricht: Er soll über eine gewisse Erfahrung verfügen, mit jungen Spielern arbeiten können und dem Team eine attraktive und offensive Ausrichtung verpassen.

„Vor uns liegt eine Rückrunde mit schwierigen, aber auch reizvollen Aufgaben in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Europa League. Wir freuen uns darauf, diese mit Dieter Hecking in Angriff zu nehmen“, meinte Eberl. Neben der Aufholjagd in der Meisterschaft wartet auf die Gladbacher im Pokal-Achtelfinale die Aufgabe bei Greuther Fürth, in der Zwischenrunde der Europa League stehen zwei interessante Partien gegen AC Florenz an.

Kontakte zu Hecking gab es schon seit geraumer Zeit, erklärte Eberl dem TV Sender Sky. Am Sonntag seien die Gespräche dann konkret geworden. „Hecking hat bei allen Klubs gezeigt, dass er Struktur und Ideen hat. Wir versprechen uns viel Qualität von ihm“, sagte Eberl. Zudem hat der neue Borussen-Trainer einen Bezug zum Klub und zur Stadt. Zu Beginn seiner aktiven Karriere trug der Offensivspieler in der Saison 1984/85 schon einmal das Borussen-Trikot. Als junger Mann absolvierte der Offensivspieler unter Trainer Jupp Heynckes allerdings nur sechs Spiele. Damals schon an Bord: Ewald Lienen, Michael Frontzeck und Bernd Krauss - allesamt spätere Trainer bei Borussia Mönchengladbach. Insgesamt ist Hecking bereits der zehnte Borussen-Trainer, der als Spieler das Trikot mit Raute getragen hat.

Karriere machte der ehemalige Polizist aber eher als Fußball-Lehrer. Als Spieler absolvierte er nur 36 Bundesligapartien, in den Klassen darunter gefiel er vor allem als Torjäger. Später, als Coach, hat er zunächst bei Alemannia Aachen, Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg auf sich aufmerksam gemacht. Den VfL Wolfsburg übernahm er 2012 und formte eine Spitzenmannschaft mit internationaler Qualifikation. 2015 wurde Hecking nach Platz zwei in der Meisterschaft und dem Sieg im DFB-Pokal vom Fachmagazin „Kicker“ zum Trainer des Jahres gekürt.

Der gebürtige Westfale gilt als äußerst bodenständig, ist Familienvater mit fünf Kindern und zählt nicht zu den Selbstdarstellern in der Branche. „Es ist nicht mein Stil, mich zu inszenieren“, sagte Hecking einst. In Aachen und Hannover arbeitete der Trainer mit dem Manager Jörg Schmadtke zusammen. Der heutige Geschäftsführer Sport des 1. FC Köln war früher auch in Gladbach tätig und ist mit Eberl befreundet. Seine Empfehlung dürfte Borussias Sportdirektor durchaus eingeholt haben. (dpa)

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