Sport : Vertragsverlängerung: Bayern gewinnen Kampf um Hitzfeld

Der Vertragsverlängerung im kleinsten Kreis folgte das öffentliche Bekenntnis vor 7500 Zuschauern im Aschaffenburger Stadion am Schönbusch. "Das war mein Wunsch. Es ist mir eine große Ehre, bei Bayern tätig zu sein", sagte Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld am Dienstagabend vor dem Testspiel des deutschen Fußball-Meisters bei Oberligist Viktoria Aschaffenburg (8:2) ins Stadionmikrofon. Und die Fans quittierten sein Bekenntnis mit tosendem Beifall. Bereits am Wochenende hatte sich Hitzfeld mit Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß auf eine vorzeitige Verlängerung der Zusammenarbeit um ein Jahr bis 2004 geeinigt. Statt weiter mit einer baldigen Übernahme des Bundestraineramtes - möglicherweise schon 2002 - zu liebäugeln, bindet sich der Coach nun langfristig an den Rekordmeister. Wohl auch, um die Diskussion um Hitzfelds mögliche Tätigkeit für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu beenden. "Ich mache mir keine Gedanken über das, was in ein paar Jahren ist. Entscheidend ist, dass man den derzeitigen Auftrag mit Erfolg krönt", sagte Hitzfeld.

Geht es nach den geschlossenen Verträgen, könnte Hitzfeld frühestens 2004 als Bundestrainer einsteigen, bis zur Weltmeisterschaft im eigenen Land blieben dann noch zwei Jahre. Was passiert aber in der Zwischenzeit? Der Vertrag von DFB-Teamchef Rudi Völler läuft bereits nach der WM 2002 aus. "Es gibt nur eine Lösung: dass Völler als Teamchef verlängert", sagte Hitzfeld und übte damit Druck auf Völler aus. Auch Bayern-Präsident und DFB-Vize Franz Beckenbauer legt Völler ein weiteres Engagement im DFB nahe: "Ich habe 1984 auch angefangen und sollte es nur ein Jahr machen, dann sind sechs daraus geworden." Eigentlich Völler Bayer Leverkusen versprochen, sich nach der Weltmeisterschaft 2002 wieder voll auf seinen Posten als Sportdirektor zu konzentrieren.

Auch die Mannschaft begrüßte die Entscheidung Hitzfelds. "Ich freue mich riesig. Das ist wichtig - gerade für die Spieler, die ihren Vertrag verlängern wollen", sagte Torjäger Giovane Elber. "Er ist ein Trainer, der den Spieler als Menschen sieht", lobte auch Mehmet Scholl seinen Coach.

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