Vertragsverlängerung : Vettels Vorteil

Sebastian Vettel verlängert eigenmächtig bis Ende 2011. Christian Hönicke über den neuen Vertrag des deutschen Formel-1-Piloten.

Christian Hönicke

Sogar Sebastian Vettels engste Mitarbeiter waren überrascht. Aus dem heiterem Himmel über Valencia heraus hatte der deutsche Formel-1-Pilot und vermeintlich kommende Superstar seinen Vertrag bei seinem Team Red Bull bis Ende 2011 verlängert, wie immer eigenmächtig ohne Manager. Das wirft Fragen auf, vor allem, da sein ursprünglicher Vertrag ohnehin bis 2010 lief.

Natürlich ist da das mit Sicherheit deutlich aufgestockte Gehalt, das bisher angeblich vergleichsweise bescheidene 3,5 Millionen Euro betrug. Aber braucht das ein 22-Jähriger, der Luxus bisher öffentlichkeitswirksam immer abgelehnt hat? Vermutlich steckt mehr dahinter.

Es könnte durchaus sein, dass sich Vettel davon einen Vorteil im diesjährigen Titelkampf erhofft. Am wahrscheinlichsten ist, dass ihn das Team mit dem kleinen Hinweis auf weiterhin uneingeschränkte Unterstützung freundlich zur Unterschrift überredet hat oder dass Vettel seinem Team psychologisch umgekehrt signalisieren wollte, dass er das lohnendere Projekt für die Zukunft darstellt als sein erstarkter Teamkollege Mark Webber, dessen Vertrag nur bis Ende 2010 verlängert wurde.

Die Variante, es sei ein Bekenntnis der Loyalität zu seinem langjährigen Förderer, kann man in der Formel 1 jedenfalls getrost ausschließen. Topfahrer, die sich ihre Optionen nicht verbauen wollen, unterschreiben normalerweise bei einem Team, das nicht Ferrari oder McLaren heißt, keine so langen Verträge – schon gar nicht aus Loyalität. Das würde nicht einmal Sebastian Vettel tun, und der mag es ja, die Sachen auf seine eigene Weise anzugehen.Seite 21

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