Sport : Verwirrspiel mit Folgen

Ein Buch zur Geschichte des Europapokals

René Martens

Viele Fußballfans betrachten den Reformeifer der Funktionäre als Auswuchs der so genannten Kommerzialisierung, doch auch deren Vorgänger haben stets gern herumgedoktert an den Regeln des Spiels. Dass im Europacup bei Gleichstand nach zwei Spielen die Auswärtstore doppelt zählen, gilt heute zum Beispiel als ehernes Gesetz. Tatsächlich probierte die Uefa zwischen 1965 bis 1971 allerlei Varianten aus – und verwirrte damit auch die Schiedsrichter –, ehe sie eine Regelversion fand, die der heutigen ähnelt. Solchen vergessenen Episoden räumt Ulrich Hesse-Lichtenberger in „Flutlicht & Schatten. Die Geschichte des Europapokals“ ähnlich viel Platz ein wie den goldenen Jahren großer Europacup-Protagonisten und den gloriosen Kurzauftritten der Nebendarsteller (Bayer Uerdingen – Dynamo Dresden 7:3). Und Hesse-Lichtenberger erinnert daran, dass die europäischen Verbände den Cup der Landesmeister zunächst ablehnten. Während viele Fußballhistoriker nur kompetent recherchierte Nachschlagewerke abliefern, kann Hesse-Lichtenberger auch Geschichten erzählen. So eignet sich „Flutlicht und Schatten“ als Strandlektüre.

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