Sport : Verwirrung um Armstrongs Entlastung

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Amsterdam - Ein Jahr nach seinem Rücktritt hält Lance Armstrong den Radsport weiter in Atem. Eine vom Weltverband UCI eingesetzte Kommission hat den siebenfachen Tour-de-France-Sieger vom Vorwurf des Dopings frei gesprochen. „Die Kommission entlastet Armstrong komplett vom Vorwurf, seinen ersten Toursieg 1999 mit Hilfe von Doping errungen zu haben“, sagte Kommissionschef Emile Vrijman. Eine detaillierte Begründung dafür nannte er nicht. Die Kommission sollte einem Bericht der Sportzeitung „L’Equipe“ vom August 2005 nachgehen, wonach sechs nachträglich untersuchte Urinproben Armstrongs aus dem Jahr 1999 Spuren des Blutdopingmittels Epo enthalten hätten. Armstrong sagte in einer ersten Stellungnahme: „Meine Unschuld wird bestätigt. Es ist an der Zeit, gegen solche Vorwürfe vorzugehen, bevor sie die Glaubwürdigkeit des internationalen Anti-Doping-Systems zerstören.“

Die UCI zeigte sich angesichts der „voreiligen“ Veröffentlichung des Kommissionsberichts überrascht. Vrijman habe sich nicht an seine Ankündigung gehalten, den Verband zuvor zu informieren. Die Kommission war noch vom früheren UCI-Präsidenten Hein Verbruggen eingesetzt worden, dem wiederholt vorgeworfen wurde, er betreibe den Kampf gegen Doping nicht mit letztem Einsatz. Auch Kommissionsleiter Vrijman hat eine streitbare Vita: Der Jurist leitete zehn Jahre lang die niederländische Anti-Doping-Agentur, verteidigte aber später Athleten, die des Dopings angeklagt waren.

Vrijman kam zu dem Schluss, das französische Anti-Doping-Labor, das die Proben Armstrongs untersuchte, habe gegen die Regeln von Anti-Doping-Kontrollen verstoßen. „Wie kann ein Anwalt die Analysen eines weltweit anerkannten Instituts in Zweifel ziehen?“, fragte Richard Pound, Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur. „Das Schlimmste, was wir erwarteten, ist eingetroffen: Es bestand keinerlei Interesse, wirklich herauszufinden, ob die Proben positiv waren.“ dpa/Tsp

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