Sport : Vettel holt auf

Der Formel-1-Weltmeister wird in Spa hinter Jenson Button Zweiter und profitiert vom spektakulären Unfall des WM-Führenden Fernando Alonso.

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Ende in Kurve eins. Fernando Alonsos Ferrari (rechts) wird direkt nach dem Start von Romain Grosjeans Lotus torpediert. Foto: dapd
Ende in Kurve eins. Fernando Alonsos Ferrari (rechts) wird direkt nach dem Start von Romain Grosjeans Lotus torpediert. Foto: dapdFoto: dapd

Jenson Button war zwar der nominelle Sieger des spektakulären Grand Prix von Belgien. Doch der heimliche Gewinner in Spa-Francorchamps hieß Sebastian Vettel. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister fuhr von Startplatz zehn auf Rang zwei, noch vor Kimi Räikkönen im Lotus. Dadurch machte der Heppenheimer in der WM-Wertung 18 Punkte auf den Spitzenreiter Fernando Alonso gut, der noch vor der ersten Kurve ausschied. Vettel liegt jetzt mit 140 Zählern hinter Alonso (164) auf dem zweiten WM-Rang. Kein Wunder, dass der Deutsche von einem „großartigen Rennen“ sprach, „vor allem, wenn man bedenkt, wo ich beim Start gestanden habe“.

Andererseits hatte er so nichts mit dem großen Startunfall zu tun, der vor ihm gleich zwei Titelkandidaten aussortierte. „Schon nach der ersten Kurve waren plötzlich so viele Autos weg“, wunderte sich Vettel. Auslöser war mal wieder Romain Grosjean. Der Lotus-Pilot drängte Lewis Hamiltons McLaren ab und wurde dabei selbst in die Luft geschleudert. Der fliegende Lotus nahm Alonso im Ferrari mit, wobei der Spanier bei allem Pech noch Riesenglück hatte, dass ihn ein weggebrochenes Rad nicht am Kopf traf. Der Wiederholungstäter Grosjean wurde anschließend für ein Rennen gesperrt. Aus dem Unfall konnte vor allem Nico Hülkenberg Profit schlagen. Obwohl der Force-India-Pilot „ehrlich gesagt gar nicht so viel dafür getan“ hatte, wurde er nach vorn gespült und am Ende Vierter.

Auch Sebastian Vettel kam zwar heil durch die Trümmerteile, aber trotzdem nur als 12. aus der ersten Runde. Dann startete der Red-Bull-Pilot aber seine grandiose Aufholjagd, die ihm noch den zweiten Platz einbrachte. Dabei halfen ihm die Strategie, nur einmal an die Box zu kommen, und diverse starke Überholmanöver. „Das Auto war im Rennen ziemlich gut, ich hatte viel Spaß in den verschiedenen Zweikämpfen“, sagte Vettel. „Vor allem auch in dem mit Michael.“

Gemeint war Michael Schumacher. Der hatte am Samstagabend zusammen mit seiner Familie und vielen Gästen – darunter auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone – mit einem großen Kuchen sein Jubiläum gefeiert. In seinem 300. Rennen profitierte er anfangs ebenfalls vom Startchaos und lag nach Startplatz 13 zeitweise auf Rang zwei. Als Vettel ihn in der engen Schikane vor der Box überholen wollte, wehrte sich der Mercedes-Pilot erst mit qualmenden Reifen und zog dann kurz vor ihm direkt in die Boxengasse. Ein Manöver, für das er nach dem Rennen auch zu den Sportkommissaren zitiert wurde. „Es war von Anfang an klar, dass ich in die Box kommen wollte. Er kann das natürlich nicht wissen, aber ich habe ihn nicht abgedrängt“, beteuerte Schumacher später. Vettel sah’s gelassen: „Egal, ob du mit Michael um Platz 1 oder 15 kämpfst, er fährt wie die Hölle.“ Er glaube nicht, „dass Michael das mit Absicht gemacht hat. Das liegt auch ein bisschen an der merkwürdigen Boxeneinfahrt hier. Zum Glück sind wir beide heil da durchgekommen.“

Für Schumacher erfüllte sich der Traum von einem Podestplatz an der Stätte seines ersten Formel-1-Rennens trotzdem nicht. Er kam schließlich auf Rang sieben ins Ziel. „Am Anfang, da schien wirklich was nach vorne zu gehen“, sagte er. Dann aber bauten mal wieder seine Reifen ab, „da war ich nur noch Hasenfutter und musste noch mal wechseln, und dann habe ich auch noch ein paar Runden vor Schluss den sechsten Gang verloren“.

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