Sport : Vettel: Platz zwei in Spa als Kampfansage an Alonso

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Spa - Sebastian Vettel war am Sonntag Abend in Spa die Freude anzumerken: So locker, entspannt und fröhlich hatte man den Weltmeister schon seit einiger Zeit nicht mehr nach einem Rennen gesehen. Der zweite Platz hinter Jenson Button war für ihn angesichts der WM-Konstellation wie ein Sieg – und er wusste natürlich auch, dass er mit seiner Fahrt von Startplatz zehn auf Rang zwei eine absolute Meisterleistung hingelegt hatte.

Vettel schickte damit eine deutliche Kampfansage an den in der WM noch mit 24 Punkten führenden Fernando Alonso, der nach einem unverschuldeten Startcrash das Rennen nicht fortsetzen konnte – dass Verursacher Romain Grosjean dafür jetzt für ein Rennen gesperrt wurde, half Alonso auch nicht mehr.

Sebastian Vettel nutzte die unerwartete Chance, die sich ihm angesichts des frühen Ausfalls seiner Haupt-WM-Konkurrenten Lewis Hamilton und Alonso bot, mit Bravour: Er startete eine furiose Aufholjagd und überholte einen Konkurrenten nach dem anderen in der vorletzten Kurve, der Eingang der berühmt-berüchtigten „Busstop-Schikane“. Auch Bruno Senna musste Vettel dort passieren lassen und lobte: „Sebastian war unglaublich schnell und aggressiv. Er hat das toll gemacht. Mark Webber hat ja vorher auch versucht, an mir vorbeizukommen, den konnte ich noch hinter mir halten. Aber gegen Vettel – keine Chance.“

2010 hatte sich der Weltmeister in Spa noch viel Kritik eingefangen, als er bei einem Überholversuch die Kontrolle verlor und Jenson Button mit von der Strecke räumte. Die Kritik kam von allen Seiten, und der Umgang damit und ein langes Gespräch mit seinem Vater und seinem früheren Teamchef bei Toro-Rosso, Franz Tost, waren für Sebastian Vettel damals der Wendepunkt. Mit einem unterlegenen Auto fuhr er anschließend in Monza ein Klasse-Rennen, war danach für den Rest der Saison nahezu unschlagbar – und holte sich am Ende seinen ersten WM-Titel.

Sollte Spa in diesem Jahr wieder so ein Wendepunkt zu einem perfekten Saisonfinale werden, dann wäre der Kurs in den belgischen Ardennen wohl nicht mehr nur für Michael Schumacher, der 1991 in Spa debütierte, etwas ganz Besonderes, sondern auch für den Heppenheimer. Wobei der ja betont, im Moment noch gar nicht wirklich auf den WM-Punktestand zu schauen und zu rechnen: „Noch acht Rennen, das ist noch ein sehr langer Weg. Und man hat hier gesehen, wie schnell sich alles ändern kann.“ Karin Sturm

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