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Vettel vor Hamilton und Button : Deutschland schlägt England - in der Formel 1

Das deutsch-englische Duell ist entschieden - in der Formel 1: Beim Rennen in Valencia schlägt Sebastian Vettel die Engländer Lewis Hamillton und Jenson Button.

Karin Sturm
Vorne der Deutsche, dahinter der Engländer. Oder auch Vettel schlägt Hamilton beim Großen Preis von Europa.
Vorne der Deutsche, dahinter der Engländer. Oder auch Vettel schlägt Hamilton beim Großen Preis von Europa.Foto: dpa

„Ja, so wird es gemacht!“, schrie Sebastian Vettel in sein Funkgerät in Richtung Box. „Wir sind wieder auf Kurs!“ Der Red-Bull-Pilot konnte am Sonntag nach dem vielen Pech und Ärger der letzten Rennen beim Großen Preis von Europa in Valencia endlich seinen zweiten Saisonsieg feiern. Und sich in der WM-Wertung tatsächlich wieder auf Kurs und auf den dritten Platz nach vorne schieben, nur noch 12 Punkte hinter dem Engländer Lewis Hamilton, der gestern in einem turbulenten Rennen vor seinem McLaren-Teamkollegen Jenson Button Zweiter wurde. „Es ist toll, wieder zu gewinnen, vor allem auf einer Strecke, die uns ja eigentlich nicht so besonders liegt“, freute sich Vettel. „Das ist auch gut für die WM.“ Das Team könne stolz auf sich sein, „die Jungs haben gestern praktisch nicht geschlafen, sondern nur gearbeitet“.

Allerdings wäre das erste Foul im ersten Duell des Nachmittags zwischen England und Deutschland beinahe schon am Start passiert – und hätte Vettel zum Verhängnis werden können. Da wurde es für den Heppenheimer, der von der Poleposition gestartet war, sehr knapp, als Lewis Hamilton versuchte, sich gleich einmal mit Gewalt vorbeizudrücken. Doch der Deutsche behielt die Führung. Hamilton beschwerte sich dann zwar im Boxenfunk, Vettel habe ihn berührt und nun habe er links vorne Vibrationen. Allerdings war der Engländer der Hauptschuldige an der Kollision.

Böse erwischte es dagegen Vettels Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber. Der Australier war schon am Start nicht besonders gut weggekommen und im Getümmel auf Rang neun zurückgefallen. Und dann verursachte Webber kurz darauf einen spektakulären Crash, als er am Lotus von Heikki Kovalainen vorbeiwollte. Er wurde offenbar vom frühen Bremspunkt des Finnen überrascht, fuhr auf das Hinterrad des Lotus auf, stieg hoch auf, überschlug sich rückwärts und knallte dann auch noch in die Reifenstapel. Zum Glück konnte er dem Wrack des Autos unverletzt und nur mit ein paar blauen Flecken entsteigen.

Die folgende Safetycar-Phase, die die meisten Fahrer dann zum Boxenstopp nutzten, wirbelte einiges durcheinander. Vieles sofort, anderes erst mit Verspätung. Die größten Verlierer waren die beiden Ferrari-Fahrer Fernando Alonso und Felipe Massa, die erst eine Runde nach der Spitze zum Stopp hereinkamen und viel Boden verloren. Alonso schimpfte allerdings sofort lautstark im Funk, Hamilton sei da vor ihm absichtlich langsam gefahren, damit die Ferrari nicht mehr am Safetycar vorbeikämen, der Engländer selbst habe dann aber zu spät, nach der Safetycar-Linie überholt. Zumindest den letzten Teil sahen die Rennkommissare genauso – und brummten dem Weltmeister von 2008 eine Boxendurchfahrtsstrafe auf.

Kurz vor Rennende kündigte der Automobil-Weltverband Fia an, eine Untersuchung einzuleiten. Neun Fahrer, darunter auch Button, der Sechste Adrian Sutil und der ausgefallene Nico Hülkenberg, hatten sich in der Safetycar-Phase offensichtlich nicht an die Rundenzeit-Vorgaben gehalten. Für Mercedes endete das Rennen auch ohne Strafe in einem Desaster. Nico Rosberg verlor an seinem 25. Geburtstag durch einen Ausritt in der ersten Runde bereits einiges an Boden, steckte dann im Feld fest und wurde am Ende nur Zwölfter. „Alles eine Katastrophe“, schimpfte er, „wir hatten auch noch massive Bremsprobleme – und waren einfach zu langsam.“ Sein Teamkollege Michael Schumacher, als einer von wenigen auf harten Reifen gestartet, verstrickte sich völlig im Strategie-Gewirr. So kam er in der Safetycar-Phase zweimal herein, um ganz kurz die weichen Reifen zu fahren und dann wieder auf hart zu wechseln. Am Ende landete er auf Rang 16 Anschließend kam der siebenmalige Weltmeister auch noch bei der obligatorischen Medienrunde zu spät. Und behauptete dann: „Wir hatten die Chance, vielleicht sogar aufs Treppchen zu fahren.“

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