VfB Stuttgart : Die Krise hält an

Drittes Spiel, dritte Niederlage: Der VfB Stuttgart verliert in der Champions League mit 0:2 gegen Lyon. Noch nie ist ein deutscher Meister so schlecht in den Wettbewerb gestartet.

Oliver Trust
Meira Foto: ddp
Des einen Freud, des anderen Leid: Lyon jubelt, VfB-Spielführer Meira will nicht hinsehen. -Foto: ddp

StuttgartDem VfB Stuttgart fällt es im Moment nicht gerade leicht, seiner Situation etwas Positives abzugewinnen. Alles scheint sich gegen den Deutschen Meister verschworen zu haben. Ein richtiger Trost ist es da nicht, dass es andere Mannschaften noch ärger getroffen hat. Den Französischen Meister Olympique Lyon zum Beispiel, den gestrigen Gegner in der Champions League. Lyon hatte wie die Stuttgarter keinen Punkt, ja noch nicht einmal ein Tor erzielt. Bis gestern. Nicht einmal gegen die ebenfalls angeschlagenen Franzosen konnte sich der VfB aus seiner Krise befreien. Nach einem dürftigen Auftritt verloren sie im eigenen Stadion wie schon gegen Barcelona 0:2 (0:0). Nach drei Niederlagen ist das Abenteuer Champions League für den VfB damit so gut wie beendet. Nie zuvor ist ein Deutscher Meister so schlecht in den Wettbewerb gestartet.

Das vorentscheidende 0:1 war ein Treffer, wie ihn wohl nur Mannschaften kassieren, die sich ohnehin vom Schicksal gestraft fühlen. Nach der fünften Ecke für Lyon hatten die Stuttgarter zweimal die Chance, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern; sie schafften es nur bis knapp jenseits der Strafraumlinie. Dort stand Fabio Santos, der sein erstes Champions- League-Spiel bestritt und gleich abzog. Der Ball landete am Hintern von Ricardo Osorio und wurde von dort ins Tor abgefälscht. Der Mexikaner machte auch sonst keine besonders glückliche Figur. Wegen der großen Personalnot musste der Rechtsfuß als linker Außenverteidiger aushelfen. Insgesamt fehlten Stuttgarts Trainer Armin Veh sechs Spieler.

Beide Mannschaften brauchten einen Sieg, um sich noch realistische Hoffnungen auf die Qualifikation fürs Achtelfinale zu machen; beide durften aber auf keinen Fall verlieren, um nicht schon nach dem dritten Spiel die letzte Chance verspielt zu haben. Das war der Begegnung deutlich anzumerken. Sie war von Vorsicht geprägt. Der VfB tat sich in der Offensive schwer. Lyon begann sehr passiv, Stuttgarts Defensive geriet daher nur selten unter Druck. Die gefährlichste Situation meisterte Torhüter Raphael Schäfer nach knapp 20 Minuten: Einen Distanzschuss von Kim Källström lenkte er zur Ecke.

Der zuletzt etwas in die Kritik geratene Torhüter bewahrte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit noch vor einem Rückstand. Fünf Minuten vor der Pause konnte Karim Benzema den Ball zwar an Schäfer vorbeilegen, aufs Tor brachte er den Ball aber nicht. Fünf Minuten später sah sich der Torhüter erneut einem Franzosen im Zweikampf gegenüber. Hatem Ben Arfa konnte den Ball ungestört in die Schnittstelle der Viererkette auf Sydney Govou passen, doch Schäfer hatte aufgepasst und den Winkel rechtzeitig verkürzt.

Nach dem 0:1 bemühte sich der VfB, doch erneut wurde deutlich, dass dem Deutschen Meister derzeit die Mittel fehlen. Der lange verletzte Yildiray Bastürk, der zum ersten Mal für den VfB von Anfang an in der Champions League spielte, ist längst noch nicht in der Lage, das Spiel der Stuttgarter zu beflügeln. Als der frühere Berliner Mitte der zweiten Hälfte ausgewechselt wurde, quittierten die Zuschauer seine Leistung mit Pfiffen. Die besseren Chancen hatten weiterhin die Franzosen. Das 0:2 durch den 19 Jahre alten Benzema zehn Minuten vor Schluss war fast die logische Konsequenz. Wie im Training kombinierten sich die Lyoner Angreifer durch die VfB-Abwehr. Der Widerstand der Stuttgarter war spätestens mit dem zweiten Tor gebrochen. Das Leiden aber geht weiter.

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