Sport : VfB Stuttgart droht der Ausverkauf

Manager Heldt will alle Angebote ablehnen

Oliver Trust

Stuttgart - Horst Heldt hat schlechte Laune. Das kommt in letzter Zeit oft vor. Dann sitzt der Manager des VfB Stuttgart da, macht ein ernstes Gesicht und wiederholt zum wiederholten Mal längst Wiederholtes. „Das muss wohl alles so sein.“ Heldt spürt in solchen Momenten, Erfolg hat selten etwas mit Genießen und Entspannung zu tun. Vor allem, wenn man Manager eines Klubs ist, der vielleicht bald in der Champions League spielt und dessen Spieler deshalb auf der Einkaufsliste anderer Klubs stehen, die ihre Spione schicken. Wie auch jetzt zum Bundesliga-Duell mit Hertha BSC an diesem Freitagabend. Was die Sache noch schwieriger macht – Heldt muss in Stuttgart gegen die Vergangenheit ankämpfen. Es gab sie schon einmal, die jungen Helden: Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel und Alexander Hleb. Damals ließ man viele von ihnen ziehen.

„Es wird keinen Ausverkauf geben, selbst bei 25 Millionen werden wir nicht weich“, sagt Held. Mit diesem Satz meinte er Mario Gomez, den 21-jährigen Stürmer, der 13 Tore schoss und jüngst in der Nationalmannschaft auftauchte. „Wir haben eine Strategie, einen klaren Plan und von dem weichen wir nicht ab“, sagt Heldt. Ob das im Endeffekt gelingt, ist eine andere Frage. In örtlichen Zeitungen aber steht: „Heldt zeigt Topklubs die Rote Karte“. Das beruhigt die besorgte Anhängerschaft.

Der Feind kommt trotzdem durch den Haupteingang, Abgesandte aus London, Liverpool, Mailand, Marseille und Turin. Heldt will darauf mit ständiger Kommunikation mit Spielern und deren Beratern reagieren sowie mit langfristigen Verträgen. Der von Gomez läuft bis 2011 und enthält keine Ausstiegsklausel. Sami Khedira hat bis 2009 unterschrieben, Serdar Tasci ebenfalls. Mit Thomas Hitzlsperger und Matthieu Delpierre (bis 2008) wird verhandelt.

Heldt aber muss sich mehr einfallen lassen als effektive Abwehrmaßnahmen gegen den Ausverkauf. „Zur bestehenden Qualität soll neue Qualität dazukommen.“ Der Satz, den die Mitglieder auf der Vollversammlung zu hören bekamen, gilt als Verpflichtung. „Wir haben unsere Ideen“, sagt Stuttgarts Trainer Armin Veh.

Unruhe im eigenen Kader könnte schließlich den Erfolg gefährden. „Wir dürfen nicht vergessen: Noch wissen wir nicht, wo wir am Ende landen“, sagt Heldt. Nur bei konkreten Angeboten anderer Vereine hat Heldt einen festen Plan. „Gleich neben dem Fax“, sagt er grinsend, „steht der Schredder. Unsere Mitarbeiter haben die Anweisung, jedes Angebot für einen jungen Spieler muss dort rein.“

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